Jagdrecht

alle sich auf die Jagd beziehenden Vorschriften (objektives J.), besonders die Jagdgesetze der Länder und das Bundesjagdgesetz (BJagdG) i. d. F. v. 29. 9. 1976 (das J. gehört zur konkurrierenden Gesetzgebung), ferner die ausschließliche Befugnis zur Wildhege, Jagdausübung und Aneignung jagdbarer Tiere auf einem bestimmten Gebiet (subjektives J.). Inhaber des J. ist der Grundstückseigentümer (§ 3 BJagdG). Er darf die Jagd jedoch nur in Jagdbezirken, die in Eigenjagdbezirke und gemeinschaftliche Jagdbezirke unterschieden werden, ausüben. Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 ha an, die in der Hand ein und desselben Eigentümers stehen, bilden einen Eigenjagdbezirk, alle nicht dazugehörigen Grundflächen einer Gemeinde von mindestens 150 ha einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk. In diesem Fall sind die verschiedenen Eigentümer in einer Jagdgenossenschaft, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zusammengeschlossen. Die Jagdausübung unterliegt aus Gründen des Wildschutzes und der Weidgerechtigkeit hinsichtlich der Jagdwaffen sowie der Art und Weise vielfachen Beschränkungen. Jagd darf nur während der Jagdzeiten ausgeübt werden, die durch Verordnung vom 2. 4. 1977 generell, durch Bestimmungen der Länder in Einzelfällen festgelegt sind (§§ 19–22 a BJagdG).

Für bei missbräuchlicher Ausübung der Jagd entstandenen Schaden (Jagdschaden) haftet der Jagdausübungsberechtigte (§ 33 BJagdG). Schäden müssen innerhalb einer Woche nach Kenntniserlangung bei der zuständigen Behörde angezeigt werden (§ 34). Die nach Landesrecht aufgebauten Jagdbehörden haben für die Durchführung der Jagdvorschriften zu sorgen und die Jagdausübung zu überwachen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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