Kaufmann

Handelsrechtlich ist Kaufmann nur, wer ein Handelsgewerbe oder ein gewerbliches Unternehmen, das als Handelsgewerbe gilt, selbstständig betreibt. Auch eine juristische Person kann Kaufmann im Rechtssinn sein. Die Unterscheidung zwischen Istkaufmann und Kannkaufmann erfolgt in der Weise, dass ein Kannkaufmann einen Geschäftsbetrieb ausübt, der ihn nicht automatisch zum Istkaufmann deklariert. Seine Eintragung im Handelsregister hat demnach konstitutive, d. h. rechtsbegründende Wirkung, während der Istkaufmann deklaratorisch eingetragen wird, d. h. feststellend. Beim Formkaufmann (§ 6 HGB) erreicht die juristische Person Kaufmannsstatus aufgrund seiner Rechtsform. Eine Sonderform des K. stellt der Nichtkaufmann dar, der nach außen als K. auftritt. (§ 5 HGB). Aber auch der Nichtkaufmann muss sich als Adressat des Handelsrechts behandeln lassen, wenn er im Handelsregister (fälschlich) konstitutiv eingetragen ist. Eintragung und Löschung ergeben sich aus §§ 29, 31 HGB. Die Eigenschaft als K. folgt entweder aus dem Betrieb eines Handelsgewerbes, das nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB), oder – z. B. für Kleingewerbetreibende, Land- und Forstwirte – aus der Eintragung ins Handelsregister (§§ 2, 3 HGB). Kapitalgesellschaften sind immer Kaufmann ohne Rücksicht auf den Gegenstand des Unternehmens. Für die Geschäfte des Kaufmanns gilt in erster Linie Handelsrecht.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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