Kerbholz

im Rechtsleben des Mittelalters bis in die Neuzeit hinein allgemein übliche Holzurkunde. Zum Nachweis erbrachter Leistungen (z. B. an die Grundherrschaft) oder zur Abrechnung mit Handwerkern, Gastwirten u. a. wurden Kerben in einen Holzstab geschnitten, der dann zur Rechnungslegung diente. Das Kerbholz als Forderungs- oder Quittungsholz wurde bei Schuldtilgung zurückgegeben oder abgekerbt. Häufig ist es auch ein längs gespaltenes Holz, über dessen beide zusammengelegte Hälften von zwei Parteien (Schuldner und Gläubiger) Kerben quer eingeschnitten wurden; die Inhaber der Hälften kontrollierten durch Aneinanderfügen die durch die Kerben festgelegten Vereinbarungen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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