Kronzeuge

im Strafprozessrecht ein Tatbeteiligter, der gegen Zusicherung von Straflosigkeit oder geringer Strafe gegen seine Komplizen aussagt und so zu deren Überführung beiträgt. Kronzeugenregelungen sind umstritten (v.a. wegen Zweifeln an der Aussagenverlässlichkeit und der möglichen Privilegierung von Gewalttätern). § 46b StGB regelt seit 2009 die Strafzumessung bei Aufklärungs- und Präventionshilfe. Danach kann das Gericht Strafen mildern oder ganz von Strafe abzusehen, wenn der Täter einer Straftat, die mit einer im Mindestmaß erhöhten Freiheitsstrafe oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht ist, durch freiwilliges Offenbaren seines Wissens wesentlich dazu beigetragen hat, dass bestimmte in § 100a Abs. 2 StPO genannte schwere Straftaten (z.B. Hoch-, Landesverrat, Mord) aufgedeckt oder bei frühzeitiger Offenbarung verhindert werden können. Ein ähnliches Ziel verfolgt § 31 Betäubungsmittelgesetz bei Drogendelikten.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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