Liquidation

die Abwicklung der Rechtsverhältnisse bei Auflösung einer Gesellschaft, eines Vereins oder einer Stiftung, soweit nicht wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung die Durchführung eines Insolvenzverfahrens erforderlich ist. Bei Kapitalgesellschaften ist die Liquidation im Interesse der Gläubiger zwingend vorgeschrieben. Liquidatoren (Abwickler) sind i. d. R. bei der AG der Vorstand, bei der GmbH die Geschäftsführer. Unter bestimmten Voraussetzungen hat das Gericht besondere Liquidatoren zu bestimmen. Die Liquidatoren sind geschäftsführungs- und vertretungsberechtigt. Sie haben die laufenden Geschäfte abzuwickeln, die Forderungen einzuziehen, das Gesellschaftsvermögen in Geld umzusetzen und die Gläubiger zu befriedigen. Der verbleibende Überschuss ist an die Gesellschafter nach der Höhe ihrer Gesellschaftsanteile zu verteilen.

Bei Personengesellschaften (offene Handelsgesellschaft, KG) findet eine Liquidation nur statt, wenn die Gesellschafter nichts anderes vereinbaren; Liquidatoren sind i. d. R., sofern der Vertrag nichts anderes bestimmt, alle Gesellschafter. Zweck der Liquidation ist hier lediglich die Verteilung des Gesellschaftsvermögens, da die Gesellschafter den Gläubigern auch nach Beendigung der Gesellschaft haften.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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