Makler

derjenige, der a) gegen Entgelt einem Auftraggeber die Gelegenheit zum Abschluss von Verträgen nachweist (Nachweismakler), d. h. einen bisher unbekannten Interessenten für ein angestrebtes Geschäft unter Angabe von Objekt und Person benennt, oder b) Abschlüsse vermittelt (Vermittlungsmakler), also die Abschlussbereitschaft des Vertragspartners herbeiführt (§§ 652 ff. BGB).

Das Rechtsverhältnis des M. zu seinem Auftraggeber wird durch den Maklervertrag bestimmt. Danach ist der Auftraggeber nicht verpflichtet, das ihm angebotene Geschäft anzunehmen. Er kann auch Dienste weiterer M. in Anspruch nehmen oder sich selbst um einen Abschluss bemühen. Anderes gilt dann, wenn zwischen den Beteiligten ein Alleinauftrag vereinbart wurde, durch den dem M. der Vertragsabschluss für eine bestimmte Zeit fest und ausschließlich an die Hand gegeben wird; in diesem Fall hat der M. eine unbedingte Verpflichtung zum Tätigwerden; der Auftraggeber macht sich schadensersatzpflichtig, wenn es aufgrund der Vermittlung durch einen anderen M. zum Geschäftsabschluss kommt, er bleibt aber zu Eigenabschlüssen (also ohne Beteiligung eines M.) berechtigt. Einen Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen, auch bei Nichtzustandekommen des vermittelten Geschäfts, hat der M. nur, wenn ein solcher besonders vertraglich vereinbart wurde. Gegenstand der Maklertätigkeit ist grundsätzlich jedes Geschäft, sofern nicht gesetzliche Vermittlungsverbote bestehen (z. B. bei der Vermittlung in berufliche Ausbildungsstellen).

Einen Anspruch auf Entgelt hat der M. nur dann, wenn infolge seiner Tätigkeit der Vertrag mit einer vom M. verschiedenen Person rechtsgültig zustande gekommen ist; die Höhe des Entgelts richtet sich regelmäßig nach der im vermittelten Vertrag vereinbarten Gegenleistung. Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der M. auch für den Vertragspartner des Auftraggebers tätig geworden ist, es sei denn, dass ihm die Doppeltätigkeit gestattet wurde (§ 654 BGB). Der Provisionsausgleich setzt stets voraus, dass der Vertragsabschluss auf der Tätigkeit des M. beruht, diese also ursächlich für das Geschäft ist. Zumindest muss die Tätigkeit mitursächlich gewesen sein, sich der Vertragsschluss somit als Ergebnis einer wesentlichen Maklertätigkeit darstellen. Daran fehlt es i. d. R. bei Vorkenntnis der Vertragschließenden von wesentlichen Elementen des Geschäfts. Im Streitfall hat der M. die (Mit-)Ursächlichkeit zu beweisen, der Auftraggeber, dass ihm die Möglichkeit zum Vertragsschluss bereits bekannt war.

Sonderregeln gelten zum Schutz des Auftraggebers für die Vermittlung von Wohnraum (Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung); weitere Schutzvorschriften finden sich in der Makler- und Bauträgerverordnung i. d. F. v. 7. 11. 1990 (Buchführungs- und Informationspflichten, Sicherheitsleistungen u. a.) und in der Arbeitsvermittlerverordnung vom 11. 3. 1994. Immobilienmakler sowie gewerbsmäßige Bauträger und Baubetreuer bedürfen behördlicher Erlaubnis (Gewerbezulassung) nach § 34 c Gewerbeordnung, gewerbliche Arbeitsvermittler benötigen die Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.

Neben den Zivilmaklern, zu denen auch Ehemakler und gewerbliche Arbeitsvermittler gehören, gibt es die Handelsmakler.

2) Börsenwesen: Der früher amtlich bestellte und vereidigte M. (Kursmakler, im angelsächsischen Sprachgebrauch Broker ), der Geschäftsabschlüsse an der Börse in Wertpapieren und Waren vermittelte, die amtlichen Börsenpreise (Kurs) feststellte bzw. an der Feststellung mitgewirkt hat, wurde mit Wirkung vom 1. 7. 2002 abgeschafft (§ 64 Abs. 5 Börsengesetz n. d. F.).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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