Minderjährige

Personen, die die Volljährigkeit (Mündigkeit, in Deutschland Vollendung des 18. Lebensjahres) noch nicht erreicht haben. Minderjährige unterstehen der elterlichen Sorge. Über die Rechtsstellung von Minderjährigen Deliktsfähigkeit, Geschäftsfähigkeit. – Das BGB schützt Minderjährige vor Überschuldung ihres Vermögens durch eine Minderjährigenhaftungsbeschränkung gemäß § 1629 a. Danach beschränkt sich die Haftung des Minderjährigen für Verbindlichkeiten, die seine Eltern im Rahmen der gesetzlichen Vertretungsmacht begründet haben oder die aufgrund eines während der Minderjährigkeit erfolgten Erwerbs von Todes wegen entstanden sind, grundsätzlich auf den Bestand des bei der Volljährigkeit vorhandenen Vermögens des Kindes. Dasselbe gilt für Rechtsgeschäfte, die der Minderjährige mit Zustimmung der Eltern getätigt hat. – Auf internationaler Ebene gilt als eines der Haager Abkommen das Minderjährigenschutzabkommen, das ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit staatliche Maßnahmen zum Schutz der Person und des Vermögens von Minderjährigen vorsieht, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in einem Vertragsstaat haben, z. B. Bestellung eines Vormunds, Anordnung der Fürsorgeerziehung. Um die Rechtsanwendung zu vereinfachen, sind für das Ergreifen von Schutzmaßnahmen die Behörden und Gerichte desjenigen Vertragsstaates zuständig, in dem der Minderjährige sich gewöhnlich aufhält.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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