Minderung

Minderung: Ansprüche im Reiserecht
Grundsätzlich kann man eine Minderung nur geltend machen, wenn man eine Pauschalreise oder einen Ferienhausvertrag abgeschlossen hat.
Minderung kann beansprucht werden, wenn es eine erhebliche Abweichung von den zugesicherten Leistungen gibt. Dabei ist zu beachten, dass die Veranstalter in ihren Katalogen die Angebote in gewissem Rahmen beschönigt darstellen dürfen, da es sich um Werbung handelt. Klare Abweichungen sind z. B. die um mindestens einen Tag verspätete Anlieferung des Gepäcks, sofern der unmittelbare Transport zum Zielort zugesichert war. Pro Tag ohne Gepäck kann man 20 % des Tageswertes mindern. 100 % Minderung sind beispielsweise möglich, wenn man statt eines Appartements mit drei Zimmern vor Ort nur ein Doppelzimmer erhält. Der Veranstalter muss in einem solchen Fall sogar die Rückreisekosten zahlen, wenn man den Urlaub gar nicht erst antreten will; außerdem kann man Schadensersatz geltend machen.
nachträgliche Herabsetzung des Kaufpreises bei Mangelhaftigkeit der gekauften Sache, §§ 437, 441 BGB. Minderung kann der Käufer bei Vorliegen eines Rechts- oder Sachmangels erst verlangen, nachdem er den Verkäufer unter Fristsetzung zur Nacherfüllung aufgefordert hat. Die M. erfolgt nicht einfach dadurch, dass der Käufer anstelle des vereinbarten Kaufpreises den wirklichen Wert der mangelhaften Kaufsache zu zahlen hat. Vielmehr ist der vereinbarte Kaufpreis in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde. Der zu zahlende (geminderte) Kaufpreis ist also nach der Formel zu berechnen: Wert der Sache mit Mangel mal vereinbartem Kaufpreis dividiert durch den Wert der Sache ohne Mangel; Beispiel:

Kaufpreis 1 000 €, Wert einer mangelfreien Sache 1 200 €, Wert der mangelfhaften Sache 600 € = geminderter Kaufpreis 500 € (wäre der Wert der mangelfreien Sache auch 1 000 €, so wäre auf 600 € zu mindern).

Entsprechendes gilt bei mangelhafter Werk- oder Reiseleistung oder bei Mängeln der Mietsache (§§ 638, 651 d, 536 BGB). Gewährleistung, Miete, Reisevertrag.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln