mittelbare Täterschaft

die nicht eigenhändige Verwirklichung eines Straftatbestandes durch einen anderen (Tatmittler, »Werkzeug«), der das Delikt nach Plan und Willen des mittelbaren Täters (der die »Tatherrschaft« hat) ausführt. Der Tatmittler handelt i. d. R. (z. B. bei Irrtum, fehlender Einsichtsfähigkeit, Nötigung) selbst nicht vorsätzlich oder schuldhaft und ist dann straflos oder höchstens als fahrlässiger Täter strafbar. Ob es eine m. T. bei einem vorsätzlich und schuldhaft handelnden Tatmittler gibt (»Täter hinter dem Täter«, z. B. bei der Ausführung verbrecherischer Befehle), ist umstritten, wird aber überwiegend und neuerdings auch von der Rechtsprechung bejaht. Der mittelbare Täter wird als Täter bestraft (§ 25 Abs. 1 StGB). M. T. ist nicht möglich bei sogenannten eigenhändigen Delikten (z. B. Meineid) oder bei Sonderdelikten (z. B. Beamtendelikten), wenn dem Täter die entscheidende Täterqualifikation fehlt. Er kann dann u. U. als Anstifter bestraft werden.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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