Nebenklage

im Strafprozessrecht der Anschluss einer bestimmten berechtigten Person an die von der Staatsanwaltschaft erhobene öffentliche Klage (Anklage, §§ 395 ff. StPO). Nach der Neuregelung der N. durch das Opferschutzgesetz vom 18. 12. 1986 steht die Befugnis zur N. besonders den Personen zu, die durch einen Mord- oder Tötungsversuch oder durch Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit, durch Beleidigungs- oder durch Körperverletzungsdelikte verletzt wurden, ferner nahen Angehörigen eines Getöteten. Zu den besonders wichtigen Rechten eines Nebenklägers gehören sein Recht, Beweisanträge zu stellen, und die Befugnis zur selbstständigen Einlegung von Rechtsmitteln. Dem Nebenkläger ist ggf. Prozesskostenhilfe zu gewähren. Im Übrigen sind die ihm entstandenen notwendigen Auslagen (z. B. Kosten eines Rechtsanwalts) dem Angeklagten aufzuerlegen, wenn er wegen einer die N. betreffenden Tat verurteilt wird (§ 472 StPO). Die N. dient der Genugtuung des Verletzten und seiner Kontrolle der Staatsanwaltschaft. Im Strafverfahren gegen jugendliche Angeklagte ist die N. nicht zulässig (§ 80 Abs. 3 Jugendgerichtsgesetz). Der Verletzte hat jedoch das Recht, in der Hauptverhandlung anwesend zu sein. Ein Jugendlicher kann seinerseits Nebenkläger sein. Von der N. ist die Privatklage zu unterscheiden.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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