Nutzungsausfall

der Ausfall der Nutzungsmöglichkeit einer Sache, z. B. durch Beschädigung; der Nutzungsausfall stellt einen ersatzfähigen Vermögensschaden dar, sofern die ständige Verfügbarkeit der Sache für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung des Geschädigten von zentraler Bedeutung ist. So kann z. B. der Eigentümer eines privat genutzten Kfz, der durch einen fremdverschuldeten Verkehrsunfall die Möglichkeit zur Nutzung seines Fahrzeugs einbüßt, die üblichen Mietwagenkosten (abzüglich von etwa 10 % für ersparte Eigenaufwendungen) verlangen. Bei Verzicht auf die Anmietung eines Ersatzfahrzeugs hat er einen Anspruch auf Nutzungsausfallsentschädigung, wenn er oder seine Angehörigen das Kfz in der fraglichen (Reparatur-)Zeit nutzen wollten und konnten; daher kein Schadensersatz, wenn der Eigentümer oder seine Angehörigen das Kfz (besonders wegen unfallbedingter Verletzungen) nicht hätten nutzen können.
Nach dem Unfall: Nutzungsausfall oder Mietwagen?
Wenn Sie bei einem unverschuldeten Unfall einen Mietwagen nehmen, sollten Sie vorher Konkurrenzangebote einholen und im Vergleich zum eigenen einen kleineren Pkw anmieten, um Abzüge zu vermeiden.
Wer auf einen Mietwagen verzichten kann (z. B. bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel), sollte dies tun und den Nutzungsausfall geltend machen.
Nutzungsausfall oder Erstattung von Mietwagenkosten gibt es nur für die erforderliche Dauer der Reparatur, die nachgewiesen werden muss. Wer das Auto während der Reparatur nicht gebraucht hätte oder nicht hätte nutzen können, hat keinen Anspruch auf Nutzungsentschädigung.


Die Höhe des Anspruchs wird in der Praxis nach den Tabellen von Sanden – Danner – Küppersbusch oder der Schwacke-Liste bemessen. Die Vorhaltekosten dienen als Grundlage für die Entschädigung des jeweiligen Kfz. Nach Sanden – Danner – Küppersbusch unterteilen sich die Vorhaltekosten in elf Gruppen. Die Unterteilung gilt bis zu einem Fahrzeugalter von 5 Jahren. Nach Übersteigen der Altergrenze wird die Einstufung in die nächstniedrige Gruppe vorgenommen. Die Nutzungsausfallentschädigung bemisst sich für Gruppe A der kleinsten Kfz-Typen mit 27 €/pro Tag und liegt im Höchstsatz der Gruppe L bei 99 €/Tag.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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