Obhutspflicht

im Strafrecht die Rechtspflicht, innerhalb eines bestehenden Schutzpflichtverhältnisses allgemeine oder besondere Beistandspflichten zu erfüllen (Beschützergarantenstellung), deren Verletzung in verschiedener Hinsicht eine Strafbarkeit begründen kann. So wird die gröbliche Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegenüber Personen unter 16 Jahren gemäß § 171 StGB bestraft, wenn dadurch für den Schutzbefohlenen die Gefahr erheblicher Schäden für seine körperliche oder psychische Entwicklung besteht. Nach § 221 StGB wird das Aussetzen einer unter der Obhut des Täters stehenden Person in hilfloser Lage bestraft. § 225 StGB bedroht denjenigen mit Strafe, der unter seiner Obhut stehende Personen unter 18 Jahren oder Gebrechliche oder durch Krankheit Wehrlose misshandelt oder vernachlässigt. Ferner spielen O. auch bei Unterlassungsdelikten eine wesentliche Rolle, weil sie den Pflichtenträger zum Handeln verpflichten (Garantenstellung).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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