Prostitution

das zu Erwerbszwecken wiederholte Vornehmen oder Vornehmenlassen sexueller Handlungen an oder vor wechselnden Personen gegen Entgelt. Wer gewerbsmäßig ein Bordell unterhält oder leitet, in dem Personen der P. nachgehen und dabei in persönlicher oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gehalten werden (Zuhälterei), oder wer einer Person unter 18 Jahren zur Ausübung der Prostitution Wohnung, gewerbsmäßig Unterkunft oder gewerbsmäßig Aufenthalt gewährt oder eine andere Person, der er zur Ausübung der Prostitution Wohnung gewährt, zur Prostitution anhält oder im Hinblick auf sie ausbeutet, der wird wegen Ausbeutung von Prostituierten (§ 180 a StGB) mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wer beharrlich gegen ein behördliches Verbot, der P. an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten nicht nachzugehen, verstößt, wird wegen Ausübung der verbotenen P. (§ 184 e StGB) mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe verurteilt. (Der einmalige Verstoß ist lediglich eine Ordnungswidrigkeit nach § 120 Ordnungswidrigkeitengesetz.) Die Strafe erhöht sich auf Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr (jugendgefährdende P., § 184 b StGB), wenn die P. in einem Haus oder in der Nähe einer Institution stattfindet, in der sich normalerweise Kinder oder Jugendliche aufhalten (z. B. Schule). Mit dem am 1. 1. 2002 in Kraft getretenen Prostitutionsgesetz soll die rechtliche und soziale Situation von Prostituierten verbessert werden. Das Gesetz eröffnet ihnen die Möglichkeit, ihre Tätigkeit in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis auszuüben und damit Zugang zu Leistungen der gesetzlichen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zu erhalten.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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