Rasterfahndung

unter Verwendung elektronischer Datenverarbeitung durchgeführte Form der polizeilichen Fahndung, bei der Datenbestände (z. B. Kundenkarteien, Melderegister) systematisch nach bestimmten Kriterien (»Rastern«) verglichen werden, um Erkenntnisse zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zu gewinnen. Die R. ist nach § 98 a StPO zulässig, wenn 1) zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine erhebliche Straftat a) auf den Gebieten des Betäubungsmittel- oder Waffenverkehrs, der Geld- oder Wertzeichenfälschung, des Staatsschutzes, der gemeingefährlichen Delikte, gegen Leib oder Leben, die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit oder b) gewerbsmäßig, gewohnheitsmäßig bzw. von einem Bandenmitglied begangen wurde, und 2) wenn die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsorts des Täters auf andere Weise erheblich weniger Erfolg versprechend oder wesentlich erschwert wäre (Subsidiaritätsgrundsatz). Für die Anordnung der R. ist der Richter, bei Gefahr im Verzug auch die Staatsanwaltschaft zuständig. Die Anordnung der Staatsanwaltschaft muss binnen drei Tagen richterlich bestätigt werden, sonst tritt sie außer Kraft.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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