Rechtswidrigkeit

Verstoß einer Handlung oder Unterlassung gegen die Verbote oder Gebote des Rechts (Handlungsunrecht, Erfolgsunrecht). Der Rechtswidrigkeitsbegriff ist in allen Rechtsgebieten gleich zu beurteilen. Rechtswidriges Tun kann die Unwirksamkeit von Rechtsgeschäften, die Pflicht zur Schadensersatzleistung oder, falls dies gesetzlich bestimmt ist und der Täter auch schuldhaft handelt, Strafbarkeit nach sich ziehen. Im Strafrecht ist die R. nach neuerer Ansicht das auf materieller Sozialschädlichkeit beruhende Unrecht. Die Erfüllung eines gesetzlichen Straftatbestandes ist allerdings grundsätzlich nur ein Indiz für die R. der tatbestandlichen Handlung. In jedem Fall ist daher zu prüfen, ob wegen des Vorliegens eines Rechtfertigungsgrundes die R. entfällt.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln