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Regress

das Recht des in Anspruch genommenen Zweitverpflichteten, für eine von ihm erbrachte Leistung vom eigentlichen Schuldner (oder einem anderen Dritten) Erstattung zu verlangen, z. B. im Bürgschafts- und im Wechselrecht. Im Staatshaftungsrecht kann der entschädigungspflichtige Staat einen Regressanspruch gegen den verantwortlichen Beamten haben. Der Regressanspruch ist oft in die Form des Forderungsübergangs kraft Gesetzes (»cessio legis«) gefasst (z. B. bei Bürgschaft, § 774 BGB). Dabei geht die Forderung gegen den Zweitverpflichteten kraft Gesetzes auf diesen über, der nunmehr den eigentlichen Schuldner in Regress nehmen kann. Besondere Bedeutung hat der Regress bei Schadensersatzansprüchen aus Delikt, wenn der unmittelbar Geschädigte Leistungen von privaten Versicherungen oder der Sozialversicherung erhält. Hier vermindert die Leistung der Versicherung i. d. R. nicht die Ersatzverpflichtung des Schädigers; vielmehr kann sie beim Schädiger Regress nehmen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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