Rehabilitation

1) Strafrecht: die Beseitigung des (ehrenrührigen) Vorwurfs, eine Straftat begangen zu haben, die im Strafprozess durch Freispruch, ggf. durch Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgen kann; das StGB bietet ferner die Möglichkeit, die R. eines Verletzten durch Bekanntgabe der Verurteilung des Täters wegen falscher Verdächtigung oder Beleidigung zu bewirken (§§ 165, 200 StGB). Als R. gilt auch die Wiederherstellung der durch strafgerichtliche Verurteilung verlorenen Rechte, z. B. Wiederverleihung der Amtsfähigkeit und Wählbarkeit (§ 45 b StGB), Tilgung eines Strafvermerks oder Begnadigung. Im Jugendstrafrecht kann auf Antrag der Strafmakel durch Richterspruch getilgt werden (§§ 97 ff. Jugendgerichtsgesetz).

2) Sozialversicherung: die möglichst umfassende Wiedereingliederung von Menschen in häuslichen Alltag, Beruf und Gesellschaft, die eine körperliche, geistige oder psychische Behinderung durch Unfall, Erkrankung oder Geburt erlangt haben. Man unterscheidet die medizinische, schulische, berufliche sowie die soziale Rehabilitation , die alle darauf ausgerichtet sind, Schäden, funktionelle Einschränkungen und soziale Beeinträchtigungen auszugleichen. Der wichtigste Träger von Rehabilitationsmaßnahmen (Reha-Maßnahmen) ist die gesetzliche Rentenversicherung; sie gewährt Leistungen, wenn die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet ist, sowie bei verminderter Erwerbsfähigkeit, wenn diese durch Rehabilitationsmaßnahmen wesentlich gebessert werden kann.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln