Selbsthilfe

der eigenmächtige Eingriff in einen fremden Rechtsbereich zur Sicherung oder Befriedigung eines Anspruchs. Die Selbsthilfe ist, da der Rechtsschutz grundsätzlich Sache der Behörden und Gerichte ist, grundsätzlich unzulässig, im bürgerlichen Recht (§ 229 BGB) aber erlaubt in Form von Wegnahme, Beschädigung oder Zerstörung einer fremden Sache sowie Festnahme eines fluchtverdächtigen Schuldners, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert würde. Die Selbsthilfe darf nicht weiter gehen, als zur Abwendung dieser Gefahr erforderlich ist, die weitere Durchsetzung des Anspruchs hat mithilfe der Gerichte zu erfolgen (§ 230 BGB). Wer eine Selbsthilfehandlung in der irrigen Annahme vornimmt, dass die für deren Rechtmäßigkeit erforderlichen Voraussetzungen vorliegen, macht sich, auch wenn der Irrtum unverschuldet war, schadensersatzpflichtig (§ 231 BGB).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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