sexueller Missbrauch von Kindern

das häufigste Sexualdelikt. Rechtsgut der Vorschrift ist die ungestörte Sexualentwicklung des heranreifenden Menschen mit der Ausbildung von sexueller Selbstbestimmungsfähigkeit. Nach § 176 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, wer sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der ein Kind dazu veranlasst, dass es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen lässt. Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt, ein Kind dazu veranlasst, dass es sexuelle Handlungen an sich selbst vornimmt oder auf ein Kind optisch oder akustisch pornografisch einwirkt. Schwerer sexueller Missbrauch liegt vor, wenn ein Erwachsener mit einem Kinde den Beischlaf oder ähnlich penetrierende Handlungen vornimmt, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird, die Gesundheit oder die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes erheblich geschädigt wird oder der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat schon einmal rechtskräftig wegen der gleichen Straftat verurteilt wurde. In diesem Fall beträgt die Mindeststrafe ein Jahr Freiheitsstrafe. Mit einer Mindeststrafe von zwei Jahren wird geahndet, wenn der Täter die Tat in der Absicht begeht, die Tat pornografisch zu verwerten. Mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe wird bestraft, wer bei der Tat das Kind körperlich schwer misshandelt oder es in Lebensgefahr bringt. (Kindesmisshandlung)

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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