Stalking

aus dem angloamerikanischen Sprachbereich übernommen, bezeichnet die Terrorisierung eines Menschen durch einen anderen, ein als »Nachstellen« umschriebenes Verhalten, das sich im Grenzbereich zwischen sozialer Lästigkeit, misslungener Aufarbeitung von Lebenskrisen, psychopathologischer Auffälligkeit und Kriminalität abspielt. Das Phänomen ist seit Langem v.a. nach gescheiterten Beziehungen zu beobachten. Bis 2007 hatten Betroffene nur die Möglichkeit, nach dem Gewaltschutzgesetz gegen den Störer vorzugehen. Durch Einfügung des § 238 StGB (»Nachstellung«) soll nun der individuelle Lebensbereich von Personen besser geschützt werden. Mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren wird bestraft, wer einem anderen unbefugt nachstellt, indem er beharrlich bestimmte Handlungen vornimmt und dadurch die Lebensgestaltung des Geschädigten schwerwiegend beeinträchtigt. Derartige Beeinträchtigungen müssen sich auf die objektive äußere Gestaltung des Lebens oder auf einzelne gewichtigere Entscheidungen der Lebensgestaltung eines Opfers auswirken, z.B. der Umzug in eine andere Stadt, der Wechsel oder das Aufgeben der Arbeitsstelle. Tathandlungen können sein das beharrliche Aufsuchen der räumlichen Nähe eines anderen, der Versuch, Kontakt aufzunehmen durch die Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder über Dritte, das Bestellen von Waren oder Dienstleistungen unter missbräuchlicher Verwendung der personenbezogenen Daten eines anderen, bestimmte gegen das Tatopfer selbst oder eine ihm nahestehende Person gerichtete Drohungen oder andere vergleichbare Handlungen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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