stille Gesellschaft

im Handelsrecht nach außen nicht in Erscheinung tretende Gesellschaft zwischen dem Inhaber eines Handelsgeschäfts und einem Kapitalgeber, der sich als stiller Teilhaber mit einer Vermögenseinlage an dem Geschäft beteiligt (§§ 230–237 Handelsgesetzbuch). Die Einlage kann in Geld bestehen, aber auch in sonstigen geldwerten Vorteilen. Sie ist vom stillen Teilhaber so zu leisten, dass sie in das Vermögen des Geschäftsinhabers übergeht. Das Geschäftsvermögen ist daher Alleinvermögen des Inhabers; dieser führt das Unternehmen im eigenen Namen und ist, abgesehen von grundlegenden Veränderungen des Unternehmens, nicht an die Zustimmung des stillen Teilhabers gebunden. Aus den im Rahmen des Unternehmens abgeschlossenen Rechtsgeschäften wird der Inhaber allein berechtigt und verpflichtet; der stille Teilhaber haftet nicht für die Unternehmensschulden und wird auch nicht im Handelsregister eingetragen. Der stille Teilhaber ist am laufenden Gewinn und Verlust während der Dauer der Gesellschaft in der Weise beteiligt, dass Gewinnanteile an ihn auszubezahlen sind und Verlustanteile seine Einlage vermindern.

Bei der atypischen stillen Gesellschaft ist der stille Teilhaber am laufenden Gewinn und am in der Buchführung nicht als Gewinn erfassten Wertzuwachs (also am Zuwachs der stillen Reserven und des Firmenwerts) beteiligt.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln