Strafantrag

die bei Antragsdelikten als Prozessvoraussetzung ausgestaltete Erklärung, mit der der Antragsteller zum Ausdruck bringt, dass er die Verfolgung einer Straftat wünsche (§§ 77 ff. StGB). Im Unterschied zur Strafanzeige, durch die jedermann die Strafverfolgungsbehörden auf eine Straftat aufmerksam machen kann, kann ein S. nur von bestimmten Personen gestellt werden (namentlich Verletzte, deren Angehörige, Dienstvorgesetzte). Der S. ist bei einem Gericht oder der Staatsanwaltschaft schriftlich oder zu Protokoll, bei anderen Behörden schriftlich zu stellen (§ 158 StPO). Die Staatsanwaltschaft kann bei Delikten, die keine reinen Antragsdelikte sind (z. B. Körperverletzung, Sachbeschädigung), trotz Fehlens oder Zurücknahme des S. die Strafverfolgung wegen besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung aufnehmen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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