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Strafe


Strafe: Struktur der Rechtsfolgen

Im Rechtssinne ist die S. eine Sanktion für die schuldhafte Verletzung von Gesetzen oder anderen Normen. Ausschließlich vom Staat durch richterliches Urteil oder richterlichen Strafbefehl wegen einer Straftat wird die Kriminalstrafe verhängt; es gibt Haupt- und Nebenstrafen. Hauptstrafen sind Freiheits-, Jugend-, Geld- und Vermögensstrafen, für Soldaten der Strafarrest. Die früher bestehenden verschiedenen Arten der (jetzt einheitlich verhängten) Freiheitsstrafe sind durch das 1. Strafrechtsreformgesetz mit Wirkung vom 1. 4. 1970 abgeschafft worden; die Todesstrafe hat das GG (Art. 102) beseitigt. Keine S. sind die Maßregeln der Besserung und Sicherung. Nebenstrafen sind das Fahrverbot, i. w. S. auch die Vermögensstrafe. Von den Kriminalstrafen zu trennen sind ferner die bei Ordnungswidrigkeiten verhängten Geldbußen, die Disziplinarmaßnahmen, die Vertrags- und die Schulstrafen.

Die S. gilt als letztes aller zur Verfügung stehenden Zwangsmittel, weil sie die schwerste staatliche Sanktion darstellt. Sie darf daher nur bei besonders schwerwiegenden Verletzungen angewendet werden, und auch erst dann, wenn die anderen rechtlichen Zwangsmittel versagt haben. Diese Grundsätze werden zusammengefasst in der sogenannten Ultima-Ratio-Formel.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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