Strafgesetzbuch

Gesetzbuch, in dem die hauptsächlichen Strafvorschriften eines Staates zusammengefasst sind. In Deutschland gilt nach wie vor das S. vom 15. 5. 1871 i. d. F. v. 10. 3. 1987; es ist seit seinem Erlass durch zahlreiche Novellen einschneidend verändert und schrittweise modernisiert worden, v. a. durch sechs Strafrechtsreformgesetze (1969–98, Strafrecht). Das S. gliedert sich in zwei Teile: einen Allgemeinen Teil (§§ 1–79 b), der die für alle Delikte gleichermaßen geltenden Voraussetzungen der Strafbarkeit (Vorsatz, Fahrlässigkeit, Irrtum, Rechtfertigung, Versuch, Teilnahme u. a.) regelt und die verschiedenen Strafen sowie die Maßregeln der Besserung und Sicherung behandelt, und einen Besonderen Teil (§§ 80–358), der die einzelnen Deliktbeschreibungen (Straftatbestände wie Totschlag, Diebstahl, Betrug u. a.) enthält und die Strafandrohungen ausspricht. Eine große Anzahl von Straftatbeständen findet sich auch in anderen Gesetzen (»Nebenstrafrecht«).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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