Teilnahme

zusammenfassende Bezeichnung für Anstiftung und Beihilfe zu einer Straftat. Die T. setzt die Tat eines Täters voraus, die tatbestandsmäßig, vorsätzlich und rechtswidrig, aber nicht notwendig schuldhaft sein muss (limitierte Akzessorietät; § 29 StGB; akzessorisch). Fehlen besondere persönliche Merkmale (z. B. die Eigenschaft, Richter zu sein), welche die Strafbarkeit des Täters begründen, beim Teilnehmer, so ist dessen Strafe zu mildern (§§ 28 Abs. 1, 49 Abs. 1 StGB). Stiftet also ein außenstehender Nichtrichter einen Richter zur Rechtsbeugung an, so ist der Richter nach § 339 StGB (ein bis fünf Jahre Freiheitsstrafe) zu bestrafen, während der Außenstehende milder bestraft wird. Bestimmt das Gesetz, dass besondere persönliche Merkmale die Strafe schärfen, mildern oder ausschließen, so gilt dies nur für den Täter oder Teilnehmer, bei dem sie vorliegen (§ 28 Abs. 2 StGB). Notwendige T. liegt vor, wenn der Tatbestand die Beteiligung mehrerer Personen voraussetzt (z. B. Beischlaf zwischen Verwandten). Die Beteiligung bleibt straflos, wenn der Tatbestand gerade dem Schutz dieses Teilnehmers (Opfers) dient.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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