Teilungsanordnung

vom Erblasser in seiner letztwilligen Verfügung getroffene Bestimmung über die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft (§ 2048 BGB). Er kann auch anordnen, dass die Auseinandersetzung durch einen Dritten nach billigem Ermessen erfolgen soll. Durch die Teilungsanordnung wird dem einzelnen Erben ein bestimmter Nachlassgegenstand schuldrechtlich, d. h. zunächst ohne dingliche Wirkung, zugewiesen, wobei der Wert des Gegenstandes auf den Erbteil angerechnet wird. Die Erbengemeinschaft kann einvernehmlich eine abweichende Teilung vereinbaren. Ist die dem Dritten überlassene Teilung des Nachlasses offenbar unbillig erfolgt, ist sie nicht verbindlich und muss durch Urteil vorgenommen werden. Die Teilungsanordnung ist vom Vorausvermächtnis abzugrenzen, bei dem einem einzelnen Miterben zusätzlich zu seinem Erbteil ein besonderer Vermögensvorteil zugewendet werden soll.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln