Untreue

die Schädigung fremden Vermögens durch Missbrauch der dem Täter durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumten Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen (Missbrauchstatbestand) oder durch Verletzung einer ihm aufgrund eines Treueverhältnisses obliegenden Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen (Treuebruchstatbestand, § 266 StGB). Nicht erheblich ist, ob sich der Täter durch die Tat bereichert hat. U. ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe, in besonders schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bedroht. Richtet sich die Tat gegen Angehörige, Vormund oder Betreuer, ist sie Antragsdelikt. Es gelten zahlreiche Sonderbestimmungen, z. B. § 266 a StGB für das Veruntreuen von Beiträgen des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung, § 266 b StGB für den Missbrauch von Scheck- oder Kreditkarten und § 17 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb für den Verrat von Geschäftsgeheimnissen durch Arbeitnehmer.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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