Verbrechen

i. e. S. eine Straftat, die gemäß der Zweiteilung der Straftaten in V. und Vergehen im StGB (§ 12) im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht wird. Der Versuch eines V. ist stets strafbar (§ 23 StGB). Die erfolglose Anstiftung (§ 30 Abs. 1 StGB), die Verabredung einer Straftat, das Sich–bereit-Erklären, die Annahme eines Anerbietens dazu (§ 30 Abs. 2 StGB) sowie die Bedrohung mit einer solchen (§ 241 StGB) sind nur dann strafbar, wenn sie ein V. betreffen. Der Verlust der Amtsfähigkeit und der Wählbarkeit ist nur bei V. möglich (§ 45 StGB). Im Prozessrecht hat das Vorliegen eines V. Bedeutung für die sachliche Zuständigkeit der Gerichte (§§ 25, 74 Gerichtsverfassungsgesetz). Außerdem ist bei V. eine notwendige Verteidigung vorgesehen (§ 140 Abs. 1 Nr. 2 StPO). Ein V. kann nicht durch Strafbefehl geahndet werden (§ 407 StPO), eine Einstellung des Strafverfahrens nach §§ 153, 153 a, 154 d StPO ist bei V. ausgeschlossen.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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