Verfall

Im Strafrecht bedeutet die Anordnung des V. durch das Gericht das Abschöpfen des Vermögensvorteils, den der Täter durch die Straftat erlangt hat (§§ 73–73 e StGB); allerdings gehen Eigentumsrechte Dritter (wenn sie nicht die Gegenstände für die Tat bereitgestellt haben) und Ansprüche des Verletzten vor. Der Wert des Vermögensvorteils kann geschätzt werden. Die verfallenen Gegenstände und Rechte gehen auf den Staat über. Im Rahmen der Bekämpfung der schweren Kriminalität, besonders des Rauschgifthandels und der organisierten Kriminalität, wurden die Verfallsmöglichkeiten erweitert (§ 73 d StGB, erweiterter V. ); die Anordnung des V. ist bereits zulässig, wenn Umstände die Annahme rechtfertigen, dass bestimmte Gegenstände für rechtswidrige Taten oder aus ihnen erlangt worden sind (diese müssen nicht Gegenstand des Urteils sein). Einziehung, Vermögensstrafe.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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