Verletzter

der durch eine Straftat in seinen Rechten Beeinträchtigte. Er kann seine Interessen bes. durch Privatklage, Nebenklage sowie im Klageerzwingungsverfahren zur Geltung bringen. Er kann nach § 61 Nr. 2 StPO unvereidigt bleiben. Außerdem haben V. gemäß §§ 406 d–h StPO in Verbindung mit dem Opferschutzgesetz vom 18. 12. 1986 im Prozess gegen den Täter verbesserte Informationsmöglichkeiten und die Möglichkeit der Hinzuziehung eines fachkundigen Beistandes. Weitere Verbesserungen des Opferschutzes regelt das Zeugenschutzgesetz vom 30. 4. 1998 (u. a. in bestimmten Fällen Anspruch auf anwaltlichen Zeugenbeistand auf Staatskosten, sogenannter Opferanwalt, §§ 68 b, 397 a, 406 g und h StPO). Die Interessen des Opfers sind auch durch die zunehmende Anwendung des Täter-Opfer-Ausgleichs und seine Einführung in das Erwachsenenstraf- und -strafprozessrecht (§ 46 a StGB, §§ 155 a und b, 153 a Abs. 1 Nr. 5 StPO) erheblich gestärkt worden. Schon zuvor gab es nach altem Recht die Möglichkeit, dem Täter Auflagen zur Schadenswiedergutmachung zu machen (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 Jugendgerichtsgesetz, § 56 b Abs. 2 Nr. 1 StGB) und im Urteil schon geleisteten Schadensersatz strafmildernd zu berücksichtigen (§ 46 Abs. 2 StGB). Opferentschädigung.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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