Verrichtungsgehilfe

im Zivilrecht Hilfsperson, für deren unerlaubte Handlungen gegenüber einem Dritten derjenige, für den sie tätig geworden ist (Geschäftsherr), Schadensersatz leisten muss (§ 831 BGB). Verrichtungsgehilfe ist die Hilfsperson dann, wenn der Geschäftsherr ihr die Verrichtung aufgetragen hat, ihr gegenüber weisungsbefugt ist und die schädigende Handlung in einem inneren Zusammenhang mit der aufgetragenen Verrichtung steht. Es genügt, wenn der Verrichtungsgehilfe objektiv widerrechtlich gehandelt hat; Verschulden braucht bei ihm nicht vorzuliegen. Der Geschäftsherr kann die Schadensersatzpflicht aber abwenden, indem er beweist, dass er bei der Auswahl oder Überwachung des Verrichtungsgehilfen oder bei der Beschaffung der nötigen Arbeitsmittel die erforderliche Sorgfalt hat walten lassen oder dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre. An diesen Entlastungs- oder Exkulpationsbeweis werden strenge Anforderungen gestellt; bei Großbetrieben z. B. ist eine ordnungsgemäße Organisation nachzuweisen. Zur Haftung eines Gehilfen im Rahmen eines vertraglichen Schuldverhältnisses Erfüllungsgehilfe.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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