Verursachung

rechtlich der bedingungsmäßige Zusammenhang zwischen einem Tun oder Unterlassen und dem damit bewirkten Erfolg. Im Strafrecht wird als kausal jede Bedingung für den Erfolg bewertet, die nicht weggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg entfällt (Bedingungs- oder Äquivalenztheorie). Der hypothetische Kausalzusammenhang (jemand wird von einem Auto getötet, nachdem ihm Gift eingegeben worden war, an dem er eine Stunde später ebenfalls gestorben wäre) wird von der alten Strafrechtslehre nicht berücksichtigt, d. h., der Autofahrer hat eine Tötung verursacht. Die moderne Lehre verlangt zusätzlich die objektive Zurechenbarkeit des Erfolgs.

Im Zivilrecht wird nur die Bedingung als Verursachung berücksichtigt, die nach der Lebenswahrscheinlichkeit zur Herbeiführung des eingetretenen Erfolgs geeignet war (adäquate Kausalität, Adäquanztheorie ); z. B. liegt zivilrechtlich keine Verursachung vor, wenn ein Bluter an einer ihm zugefügten leichten Verletzung stirbt, wohl aber strafrechtlich. Die Verursachung kann auch mittelbar sein, z. B. Tod durch Erfrieren wegen der durch einen Unfall hervorgerufenen Bewusstlosigkeit. Ferner braucht der Erfolg nicht auf der Tatsache allein zu beruhen, sondern es können auch andere Tatsachen mitgewirkt haben (z. B. Zusammenwirken eines Unfalls und der körperlichen Veranlagung). Die Adäquanztheorie wird ergänzt durch die Normzwecktheorie (Lehre vom Rechtswidrigkeitszusammenhang). Schadensersatz kann danach nur verlangt werden, wenn die – adäquat verursachte – Tatfolge innerhalb des Schutzbereichs der verletzten Norm liegt.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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