Verwahrung

die Gewährung von Raum und Übernahme der Obhut für eine bewegliche Sache (§§ 688–700 BGB) aufgrund selbstständiger Vertragsverpflichtung (Verwahrungsvertrag) oder als Nebenpflicht eines anderen Vertrages (z. B. Verwahrung der Garderobe beim Theaterbesuch aufgrund des durch Verkauf der Theaterkarten geschlossenen Vertrages). Von einer unregelmäßigen Verwahrung spricht man, wenn vertretbare Sachen in der Art hinterlegt werden, dass das Eigentum auf den Verwahrer übergeht und dieser verpflichtet sein soll, Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückzugewähren (§ 700 BGB, z. B. Geldeinlagen auf einem Girokonto); hier finden die Vorschriften über das Darlehen entsprechende Anwendung. Erfolgt die Verwahrung unentgeltlich, haftet der Verwahrer für Schäden nur am Maßstab der Sorgfalt, die er in eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt. Bei Sachen, die staatliche Stellen kraft eines Hoheitsakts (Beschlagnahme u. Ä.) erlangt haben, wird heute i. d. R. eine öffentlich-rechtliche Verwahrung angenommen, aus der der Staat bei schuldhafter Verletzung der Fürsorgepflicht haftet. Wichtige Fälle der Verwahrung sind die sonderrechtlich geregelte Hinterlegung, das Depot sowie das Lagergeschäft.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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