Widerklage

Klage, die in einem gegen ihn anhängigen Prozess der Beklagte als Widerkläger gegen den Kläger (Widerbeklagten) erhebt. Widerklage (selten: Gegenklage) ist jeder Antrag, der aufgrund eines selbstständigen Anspruchs oder Rechts zum Zweck des Angriffs gegen den Kläger gestellt wird und auch selbstständige Klage sein könnte. Stehen die beiderseitigen Ansprüche nicht in rechtlichem Zusammenhang, so kann das Gericht die Widerklage abtrennen (§ 145 Abs. 2 ZPO). Die Widerklage untersteht allen Vorschriften über die Klage; neben den allgemeinen Prozessvoraussetzungen regelt § 33 ZPO aber den besonderen Gerichtsstand der Widerklage beim Ort der Klage. Hauptklage und Widerklage sind zwei eigenständige Prozesse, die aus Zweckmäßigkeitsgründen zu gemeinsamer Verhandlung und Entscheidung verbunden sind. In erster Instanz ist eine Widerklage regelmäßig ohne Weiteres zulässig, in der Berufungsinstanz nur bei Einwilligung des Gegners oder gerichtlicher Zulassung als sachdienlich. Die Widerklage kann auch nur hilfsweise zum vorrangigen Klageabweisungsantrag erhoben werden (Eventualwiderklage).

Strafprozess: Im Privatklageverfahren die nach § 388 StPO zulässige Klage für den Fall, dass der Privatkläger den Angeklagten gleichfalls durch ein Vergehen verletzt hat, das durch Privatklage verfolgt werden kann.

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

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