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Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

Nach ausgewählten Merkmalen, Anteile in Prozent, 30. Juni 2019

Quelle: Statistisches Bundesamt: Personal des öffentlichen Dienstes
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

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Insbesondere durch Privatisierungen ging die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zwischen 1991 und 2008 um etwa ein Drittel von 6,7 auf 4,5 Millionen zurück. In den Folgejahren erhöhte sich die Zahl stetig und lag 2019 bei 4,9 Millionen – jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil am Personalzuwachs seit 2008 hatten die Hochschulen und die Kindertageseinrichtungen. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst hat sich zwischen 1991 und 2019 kontinuierlich von 15,8 auf 33,1 Prozent erhöht. Von allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Jahr 2019 waren 57,3 Prozent Frauen.

Fakten

Der öffentliche Dienst deckt ein breites Spektrum öffentlicher Dienstleistungen ab. Die personalintensivsten Bereiche sind das Bildungswesen, die soziale Sicherung sowie die innere und äußere Sicherheit. Für die Erbringung dieser Dienstleistungen werden Arbeitnehmer, Beamte und Richter sowie Berufs- und Zeitsoldaten eingesetzt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zwischen 1991 und 2008 um etwa ein Drittel von 6,7 auf 4,5 Millionen. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung war die Privatisierung von Bundesbahn, Bundespost sowie von kommunalen Krankenhäusern. In den Folgejahren erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst stetig und lag 2019 bei 4,9 Millionen (Westdeutschland und Berlin: 4,2 Mio. / Ostdeutschland: 0,7 Mio.). Damit war 2019 mehr als jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland im öffentlichen Dienst beschäftigt (10,8 Prozent).

Von den 4,9 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Jahr 2019 waren 61,6 Prozent Arbeitnehmer, 34,9 Prozent Beamte und Richter sowie 3,5 Prozent Berufs- und Zeitsoldaten. 1991 lag der Anteil der Arbeitnehmer an allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst noch bei 68,8 Prozent. Die Reduzierung des Personalbestandes ging demnach vor allem zulasten der beschäftigten Arbeitnehmer – ihre Zahl reduzierte sich zwischen 1991 und 2008 von 4,6 auf 2,6 Millionen (minus 42,9 Prozent). Die Zahl der Beamten und Richter verringerte sich im selben Zeitraum um lediglich 9,3 Prozent, die der Berufs- und Zeitsoldaten um 28,6 Prozent – wobei die Zahl der beschäftigten Frauen bei beiden Gruppen nicht nur relativ, sondern auch absolut gestiegen ist.

Während die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten im Zeitraum 2008 bis 2019 weiter von 184.000 auf 171.000 sank (minus 7,1 Prozent), stieg die Zahl der Beamten und Richter um 31.000 auf 1,7 Millionen (plus 1,8 Prozent) und die der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst um 362.000 auf 3,0 Millionen (plus 13,7 Prozent)

Insgesamt nahm die Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst zwischen 2008 und 2019 um rund 380.000 zu (plus 8,4 Prozent). Einen überdurchschnittlich hohen Anteil an dieser Ausweitung hatten der Personalzuwachs an den Hochschulen (plus 143.100 bzw. 33,1 Prozent) sowie der seit Jahren anhaltende Beschäftigungszuwachs bei kommunalen Kindertageseinrichtungen (plus 96.600 bzw. 70,7 Prozent). Bei der Polizei hat der Personalzuwachs insbesondere seit dem Jahr 2015 eingesetzt. Seitdem stieg die Zahl der Beschäftigten um mehr als 23.000 (plus 7,5 Prozent). Gleichzeitig bzw. bereits in den Jahren zuvor veränderte sich die Zusammensetzung: Von 2000 bis 2019 nahmen die Vollzeitäquivalente der überwiegend im Vollzugsdienst tätigen Beamten zu (plus 7,1 Prozent), während die der überwiegend im Verwaltungsdienst tätigen Arbeitnehmer zurückgingen (minus 9,5 Prozent).

Unabhängig von der Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an der Gesamtbeschäftigung zwischen 1991 und 2019 kontinuierlich von 15,8 auf 33,1 Prozent erhöht. Mitte 2019 waren im öffentlichen Dienst 1,6 Millionen Personen teilzeitbeschäftigt. Von allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Jahr 2019 waren 57,3 Prozent Frauen. Bei den Vollzeitbeschäftigten lag ihr Anteil bei 43,8 Prozent, bei den Teilzeitbeschäftigten bei 84,5 Prozent. Zudem variiert der Anteil stark zwischen den Aufgabenbereichen: Mitte 2019 waren beispielsweise im Bereich "Soziale Sicherung, Familie und Jugend, Arbeitsmarktpolitik" fast vier von fünf Beschäftigten weiblich (78,3 Prozent / 655 Tsd. Frauen) – in dem Teilbereich " Kindertagesbetreuung nach dem SGB VIII" lag der Frauenanteil sogar bei 94,4 Prozent (235 Tsd. Frauen). Auch bei den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen war der Frauenanteil mit 72,2 Prozent auffallend hoch (693 Tsd. Frauen). Auf der anderen Seite lag der Frauenanteil in den Bereichen Verteidigung (18,5 Prozent) sowie Verkehrs- und Nachrichtenwesen (21,1 Prozent) bei lediglich rund einem Fünftel (44 bzw. 28 Tsd. Frauen).

Im Jahr 2019 waren 6,4 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst jünger als 25 Jahre, 20,7 Prozent waren zwischen 25 und unter 35 Jahre und knapp die Hälfte gehörte zur Gruppe der 35- bis unter 55-Jährigen (46,7 Prozent). 14,9 Prozent waren zwischen 55 und unter 60 Jahre, die 60-Jährigen und Älteren hatten 2019 einen Anteil von 11,3 Prozent an allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Die durchschnittlichen Brutto-Monatsbezüge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes lagen im Juni 2019 bei 3.530 Euro. Dabei lagen die Bezüge bei Beamten, Richtern, Berufs- und Zeitsoldaten bei durchschnittlich 4.050 Euro und bei Arbeitnehmern bei durchschnittlich 3.220 Euro. Allerdings hängt die Höhe der Bezüge entscheidend von der jeweiligen Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe ab. So lagen Mitte 2019 die durchschnittlichen Brutto-Monatsbezüge bei Beamten, Richtern, Berufs- und Zeitsoldaten zwischen 1.440 Euro (Auszubildende) und 8.960 Euro (Besoldung nach Besoldungsordnung B). Bei den Arbeitnehmern war die Spanne mit durchschnittlich 1.180 Euro für Auszubildende und 9.100 Euro für außertariflich bezahlte Arbeitnehmer noch größer.

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Personal des öffentlichen Dienstes, www.destatis.de

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

In den Personalstatistiken umfasst der öffentliche Dienst das Personal aller Kernhaushalte, Sonderrechnungen und der Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform. Zu den Kernhaushalten gehören alle Ämter, Behörden, Gerichte und Einrichtungen, für die in den Haushaltsplänen des Bundes, der Länder, der Gemeinden/Gemeindeverbände und der Sozialversicherungsträger die Ausgaben und Einnahmen brutto veranschlagt und Personalausgaben ausgewiesen werden. Sonderrechnungen sind rechtlich unselbstständige Einheiten in öffentlich-rechtlicher Rechtsform, die über eine eigene Wirtschafts-/Rechnungsführung verfügen. Zu den Sonderrechnungen zählen Bundesbetriebe und Landesbetriebe, kommunale Eigenbetriebe sowie Sondervermögen. Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform sind rechtlich selbstständige Körperschaften, Anstalten und öffentlich-rechtliche Stiftungen, die unter der Aufsicht des Bundes, der Länder oder der Gemeinden/Gemeindeverbände stehen (einschließlich Zweckverbände, ohne Sozialversicherungsträger und Bundesagentur für Arbeit). Kirchen, Geschäftsbanken, Rundfunk- und Fernsehanstalten zählen nicht zu den öffentlichen Arbeitgebern.

Die öffentlichen Arbeitgeber umfassen neben dem öffentlichen Dienst auch die Einrichtungen in privater Rechtsform. Einrichtungen in privater Rechtsform sind rechtlich selbstständige privatrechtliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen die öffentliche Hand mit mehr als 50 Prozent unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist.

Weitere Informationen finden Sie unter Begriffserläuterungen in der Publikation PDF-Icon Personal des öffentlichen Dienstes.

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

Nach Beschäftigungsbereichen, Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung und Beschäftigungsverhältnis in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1991 bis 2019

Jahr 1 insgesamt Bundes-
bereich
Landes-
bereich
kommunaler
Bereich
Sozial-
versicherung
in Tsd.
2019 4.885 502 2.461 1.556 366
2018 4.803 496 2.420 1.519 368
2017 4.740 493 2.389 1.488 370
2016 4.689 490 2.364 1.464 371
2015 4.646 489 2.347 1.440 370
2014 4.653 497 2.357 1.428 371
2013 4.635 504 2.354 1.406 371
2012 4.617 514 2.347 1.386 371
2011 4.603 525 2.337 1.367 374
2010 4.586 530 2.318 1.355 383
2009 4.548 534 2.284 1.350 379
2008 4.505 537 2.263 1.331 374
2007 4.541 551 2.273 1.341 376
2006 4.576 555 2.287 1.358 376
2005 4.599 561 2.298 1.373 367
2004 4.670 569 2.348 1.410 343
2003 4.779 573 2.373 1.480 353
2002 4.809 574 2.369 1.513 353
2001 4.821 583 2.352 1.536 350
2000 4.909 598 2.391 1.572 349
1999 4.969
1998 5.069
1997 5.164
1996 5.277
1995 5.371
1994 6.094
1991 6.738
Jahr 1 insgesamt Bundes-
bereich
Landes-
bereich
kommunaler
Bereich
Sozial-
versicherung
Anteile, in Prozent
2019 100,0 10,3 50,4 31,9 7,5
2018 100,0 10,3 50,4 31,6 7,7
2017 100,0 10,4 50,4 31,4 7,8
2016 100,0 10,4 50,4 31,2 7,9
2015 100,0 10,5 50,5 31,0 8,0
2014 100,0 10,7 50,7 30,7 8,0
2013 100,0 10,9 50,8 30,3 8,0
2012 100,0 11,1 50,8 30,0 8,0
2011 100,0 11,4 50,8 29,7 8,1
2010 100,0 11,6 50,5 29,6 8,3
2009 100,0 11,7 50,2 29,7 8,3
2008 100,0 11,9 50,2 29,6 8,3
2007 100,0 12,1 50,1 29,5 8,3
2006 100,0 12,1 50,0 29,7 8,2
2005 100,0 12,2 50,0 29,9 8,0
2004 100,0 12,2 50,3 30,2 7,3
2003 100,0 12,0 49,7 31,0 7,4
2002 100,0 11,9 49,3 31,5 7,3
2001 100,0 12,1 48,8 31,9 7,3
2000 100,0 12,2 48,7 32,0 7,1
1999 100,0
1998 100,0
1997 100,0
1996 100,0
1995 100,0
1994 100,0
1991 100,0
Jahr 1 insgesamt Vollzeit-
beschäftigte
Teilzeit-
beschäftigte
Beamte/
Richter
Berufs- und
Zeitsoldaten
Arbeit-
nehmer
in Tsd.
2019 4.885 3.269 1.616 1.703 171 3.011
2018 4.803 3.232 1.571 1.688 168 2.947
2017 4.740 3.207 1.533 1.679 166 2.895
2016 4.689 3.186 1.504 1.673 164 2.853
2015 4.646 3.159 1.487 1.671 166 2.808
2014 4.653 3.162 1.490 1.679 170 2.804
2013 4.635 3.144 1.492 1.695 174 2.767
2012 4.617 3.120 1.498 1.702 180 2.736
2011 4.603 3.119 1.484 1.698 186 2.719
2010 4.586 3.107 1.479 1.687 186 2.713
2009 4.548 3.121 1.427 1.674 185 2.688
2008 4.505 3.106 1.399 1.673 184 2.649
2007 4.541 3.144 1.397 1.686 185 2.670
2006 4.576 3.195 1.381 1.695 184 2.697
2005 4.599 3.238 1.362 1.692 185 2.723
2004 4.670 3.327 1.343 1.697 188 2.785
2003 4.779 3.439 1.340 1.690 187 2.903
2002 4.809 3.521 1.288 1.675 185 2.949
2001 4.821 3.582 1.238 1.667 185 2.970
2000 4.909 3.697 1.212 1.685 187 3.038
1999 4.969 3.805 1.164 1.693 190 3.086
1998 5.069 3.953 1.116 1.705 191 3.173
1997 5.164 4.085 1.079 1.718 192 3.254
1996 5.277 4.207 1.069 1.712 191 3.374
1995 5.371 4.303 1.068 1.701 194 3.476
1994 6.094 4.920 1.175 1.972 213 3.910
1991 6.738 5.671 1.067 1.844 257 4.637
Jahr 1 insgesamt Vollzeit-
beschäftigte
Teilzeit-
beschäftigte
Beamte/
Richter
Berufs- und
Zeitsoldaten
Arbeit-
nehmer
Anteile, in Prozent
2019 100,0 66,9 33,1 34,9 3,5 61,6
2018 100,0 67,3 32,7 35,1 3,5 61,4
2017 100,0 67,7 32,3 35,4 3,5 61,1
2016 100,0 67,9 32,1 35,7 3,5 60,8
2015 100,0 68,0 32,0 36,0 3,6 60,4
2014 100,0 68,0 32,0 36,1 3,6 60,3
2013 100,0 67,8 32,2 36,6 3,8 59,7
2012 100,0 67,6 32,4 36,9 3,9 59,3
2011 100,0 67,8 32,2 36,9 4,0 59,1
2010 100,0 67,7 32,3 36,8 4,0 59,2
2009 100,0 68,6 31,4 36,8 4,1 59,1
2008 100,0 68,9 31,1 37,1 4,1 58,8
2007 100,0 69,2 30,8 37,1 4,1 58,8
2006 100,0 69,8 30,2 37,0 4,0 58,9
2005 100,0 70,4 29,6 36,8 4,0 59,2
2004 100,0 71,2 28,8 36,3 4,0 59,6
2003 100,0 72,0 28,0 35,4 3,9 60,7
2002 100,0 73,2 26,8 34,8 3,9 61,3
2001 100,0 74,3 25,7 34,6 3,8 61,6
2000 100,0 75,3 24,7 34,3 3,8 61,9
1999 100,0 76,6 23,4 34,1 3,8 62,1
1998 100,0 78,0 22,0 33,6 3,8 62,6
1997 100,0 79,1 20,9 33,3 3,7 63,0
1996 100,0 79,7 20,3 32,4 3,6 63,9
1995 100,0 80,1 19,9 31,7 3,6 64,7
1994 100,0 80,7 19,3 32,4 3,5 64,2
1991 100,0 84,2 15,8 27,4 3,8 68,8

1 jeweils Ende Juni


Quelle: Statistisches Bundesamt: Personal des öffentlichen Dienstes

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