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28.11.2017

Im Fokus: Spenderdank

Draufsicht: Eine Gruppe Schüler formt das Wort "Danke" auf einem Schulhof. (© Andreas Merz / pixelio.de)


Die Vorteile des Dankens



Projekte der politischen Bildung werden längst nicht mehr ausschließlich aus öffentlichen Fördermitteln oder Projektförderungen von Stiftungen finanziert. Auch wenn diese nach wie vor einen großen Teil ausmachen. Ein fundierter Fundraisingmix bezieht private Spenderinnen und Spender und Unternehmen mit ein. In diesen Fällen entscheidet weniger ein durchdachter Projektantrag über die finanziell gewährten Mittel, sondern der zwischenmenschliche Kontakt. Egal, ob Privatperson oder Beteiligte eines Unternehmens, in beiden Fällen müssen Menschen überzeugt werden, einen freiwilligen Beitrag zum Gelingen der Bildungsprojekte zu leisten.

Diese freiwillige Unterstützung ist keine Selbstverständlichkeit und der spendenbegünstigte Projektträger tut gut daran, sie niemals als solche zu behandeln. Wer eine Spende empfängt, ist den Geber/-innen etwas schuldig. "Keine Schuld ist dringender als die Danke zu sagen" wusste schon der römisches Staatsmann Cicero. Die moralische Verpflichtung, auf ein (Geld-) Geschenk zu antworten, wird durch den Ausdruck von Dank maßgeblich abgegolten. Denn psychologisch gesehen, ist Dank eine Form sozialer Anerkennung, die Menschen als belohnend erleben. Der Dank auf eine Spende ist wie ein Schulterklopfen, das ein anerkennendes "das hast du gut gemacht" beschreibt. Dies stärkt die Bindung zwischen Spender/-innen und Organisationen und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Spende.

Doch nicht nur der belohnende Charakter des Dankes stärkt die Bindung: Jeder Dank ist ein zusätzlicher Kontakt und erinnert an das Projekt. Zudem bestätigt er den Spender/-innen, dass das Geld sicher angekommen ist. Wird von der sinnvollen Verwendung berichtet, bekräftigt dies die Entscheidung, die Organisation oder das Projekt zu unterstützen. Liegt eine Spendenquittung bei, beweist die Organisation Servicequalität. Dies alles festigt die Beziehung zwischen Träger/Verein und Geber/-in.

Die Herausforderungen des Dankens



Die Wichtigkeit des Dankes ist sowohl gesellschaftlich als auch unter Gesichtspunkten des Fundraisings unbestritten. Dennoch erhält längst nicht jede/-r Spender/-in auf die freigiebige Gabe einen Dank zurück. Die Hürde auf Seiten der spendensammelnden Organisationen ist meist dieselbe: Systematisch zu danken erfordert Zeit. Eine Ressource, die in chronisch unterbesetzen Fundraisingabteilungen fehlt. Im Alltag danken viele Organisationen zu selten, z.B. nur einmal jährlich, oder nur einer bestimmten Gruppe, wie Großspender/-innen. Oder der Dank wird portosparend einem erneuten Spendenaufruf oder Infoschreiben beigelegt. Auch (dauerhaft gleich) standardisierter, unpersonalisierter Massendank zeugt weniger von Unachtsamkeit als von Ressourcenmangel.

Dabei sind es gerade kleine Organisationen, die hier die Chance haben, in kleiner Auflage besonders authentisch zu danken. Sie sind nah dran am Geschehen, haben direkten Kontakt zu den Projekten und können von jüngsten Erfolgsgeschichten berichten. Denn Geschichten sind auch beim Dank wichtig, damit die Spender/-innen ihr Spendenerlebnis erneut erfahren. In Dankesgeschichten steht idealerweise die Freude über das Gelingen oder Voranschreiten eines Projektes im Fokus. Wer die Wirksamkeit seiner Spende spürt, ist gerne wieder dabei. Gelungen formulierte Geschichten sind wichtiger als ein besonders kreativer Dank. Wobei dieser bei einem besonderen Ereignis nicht ausgeschlossen ist. Wenn beispielsweise Jugendliche, die an einer spendenfinanzierten Studienfahrt teilgenommen haben, eine Postkarte an die Spender/-innen schreiben und von ihren Erlebnissen berichten, ist dies die direkteste und wirkungsvollste Form des Dankes.

Fazit: Danken ist nicht nur eine selbstverständliche Höflichkeit. Dank ist ein Geschenk für die Bedankten. Dank ist die lohnendste Investition in die Zukunft der eigenen Projekte.

Danielle Böhle

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