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28.11.2017

Aus der Praxis der politischen Bildung: Wie danken Sie?

"Danke" geprägt in einen sog. Spendenstein. Lizenz: cc by-sa/2.0/de (Maik Meid via flickr.com)


Wie danken Träger politischer Bildung und NGOs für eingegangene Spenden? Akquisos hat sich umgehört und bat Organisationen, drei Fragen rund um das Thema Spenderdank zu beantworten:
  1. Wie danken Sie?
  2. Wer in Ihrer Organisation dankt den Spenderinnen und Spendern?
  3. Wann danken Sie?


Der Heiligenhof, Bad Kissingen



www.heiligenhof.de/de

Der Heiligenhof ist eine Bildungs- und Begegnungsstätte in Bad Kissingen im Norden Bayerns. Träger ist die Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk.

Studienleiter Gustav Binder beantwortete unsere Fragen:

Wir bedanken uns für Spenden in einem Zeitraum von spätestens vier Wochen mit einem jährlich neu gestalteten Dankesbrief, der persönlich gehalten ist und dem eine Spendenbescheinigung beiliegt (unabhängig von der Höhe der Spende). In der Regel beschreiben wir im Brief, was wir im Hause neu gebaut oder renoviert haben und was demnächst noch zu tun ist. Wir sagen, dass das Geld ausschließlich für Investitionen zur Zukunftssicherung des Hauses verwendet wird. Der Brief wird von unserem Geschäftsführer bzw. Stiftungsdirektor unterzeichnet.

In unserem jährlich kurz vor Weihnachten versandten "Heiligenhofbrief" werden zudem alle Spender - sofern sie nicht widersprochen haben - und die Spendensumme genannt. Personen, die uns größere Summen als Nachlass oder Zustiftung überlassen (haben), danken wir zudem mit der Nennung ihres Namens auf einer Stiftertafel (aus Glas, ca. 1 x 1,40m) im Foyer unseres Hauses. Diese Stifter werden vom Stiftungsdirektor und von den Stiftungsvorständen persönlich betreut. Daneben gibt es noch eine weitere Spendertafel mit allen Namen, die für Beträge von mindestens 2.500 Euro dankt, die für einen größeren Umbau 2002 gespendet wurden.


Verein zur Förderung politischen Handelns/ v.f.h., Bonn



www.vfh-online.de

Der Verein zur Förderung politischen Handelns/v.f.h. mit Sitz in Bonn organisiert Seminare für Schüler/-innen, Studierende und junge Berufstätige. Ziel des Vereins ist es, mit politischer Bildung über die Seminare hinaus zum politischen Handeln zu motivieren und zu befähigen.

Die Fragen beantwortete Geschäftsführerin Ute Rawert:

Unsere Spender/-innen stammen in aller Regel aus dem Mitgliederkreis des Vereins. Im Mitglieder-rundbrief informieren Vorstand und Geschäftsführung zweimal jährlich über aktuelle Projekte und Entwicklungen. Der Vorstand bedankt sich bei Spenden ab 200,00 Euro persönlich bei den Mitgliedern. Je nach persönlichem Kontakt geschieht dies per Anruf, netter Postkarte oder einem persönlichen Brief. Der Dank erfolgt – ebenso wie in der Regel die Spenden – am Jahresende. Beim Versand der Zuwendungsbestätigung bedankt sich die Geschäftsführung auch noch einmal mit einem personalisierten Dankesschreiben. Bei Spenden von Nicht-Mitgliedern erfolgt der Dank zeitnah durch die Geschäftsführung mit einem persönlichen Dankesschreiben, der Zuwendungsbestätigung und Flyern zu unseren aktuellen Seminarangeboten.


Anne Frank Zentrum, Berlin



www.annefrank.de

Das Anne Frank Zentrum ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Mit Ausstellungen und Bildungsangeboten erinnert das Zentrum an Anne Frank und ihr Tagebuch. Es schafft Lernorte und Projekte, in denen sich Kinder und Jugendliche mit Geschichte auseinandersetzen und diese mit ihrer heutigen Lebenswelt verbinden.

Unsere Fragen beantwortete Janine Quandt, Leiterin der Kommunikation:

Bei kleineren Spendern verwenden wir ein persönlich adressiertes Standardschreiben und legen Spendenbescheinigung und Infomaterial (Flyer, Broschüren, Flyer für die Mitgliedschaft im Freundeskreis usw.) bei. Bei größeren Spenden gestalten wir das Dankesschreiben individueller und legen zudem den Jahresbericht und unsere Strategiebroschüre dazu (bei neuen Spender/-innen). Wir bieten die Möglichkeit eines Rückrufs an, falls die Spender/-innen Fragen haben. Wir arbeiten aktuell an Verbesserungen des Prozesses und wollen zukünftig bei größeren Spenden auch telefonisch danken, auch um mehr über die Spender/-innen, ihre Anliegen und Spendenmotivation zu erfahren und einen guten Kontakt aufzubauen.

Die Unterzeichner/-innen der Briefe sind verschieden: bei Kleinspenden und mittleren Spenden unterschreibt häufig die Leitung der Kommunikation, bei Spender/-innen von großen Beträgen meist der Direktor.

Wir versenden den Dankesbrief möglichst zeitnah nach Eingang der Spende, meist zusammen mit der Spendenbescheinigung. Falls sich der Versand z.B. wegen Abwesenheit des Direktors verzögert, danken wir auch mal zweistufig (nach Eingang per E-Mail und dann etwas später Versand des Briefes mit der Bescheinigung).


Reporter ohne Grenzen, Berlin



www.reporter-ohne-grenzen.de

Reporter ohne Grenzen e.V. dokumentiert Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit weltweit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalisten in Gefahr sind. Der Verein setzt sich für mehr Sicherheit und besseren Schutz von Journalisten ein. Er kämpft gegen Zensur, gegen restriktive Mediengesetze und unterstützt verfolgte und bedrohte Journalisten.

Unsere Fragen beantwortete Michaela Orizu, Referentin für Fundraising:

Bei Reporter ohne Grenzen erfolgt der Dank je nach Art und Höhe der Spende per E-Mail, Brief oder auch persönlicher Karte oder einem Anruf. Bei einer 5 Euro-Spende danken wir z.B. per E-Mail. Die Kosten sollten im Verhältnis zur Spende stehen. Bei einer Anlassspende (z. B. einer Geburtstagsspende) schicken wir auch schon mal ein kleines Geschenk mit. Ein persönlicher Brief oder ein Telefonat sind natürlich besonders schön, aber auch ein gut geschriebener "Standardbrief", der regelmäßig aktualisiert wird und auf den Spendenzweck und die Arbeit der Organisation eingeht, ist eine guter Weg, Spendern zu danken.

Die meisten Dankbriefe werden von mir, der Referentin für Fundraising, unterschrieben. Wenn es vorher schon einen persönlichen Kontakt gab, bedankt sich auch mal die Geschäftsführung, ein Mitglied des Vorstands oder ein Kollege aus einer anderen Abteilung.

Wir versuchen möglichst zeitnah zu danken, vor allem wenn es sich um Groß- oder Neuspender/-innen handelt (innerhalb von 10 Tagen). Aber auch ein späterer Dank ist besser als gar keiner.
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