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19.6.2015

Clearingverfahren und Case Management: Prävention von gewaltbereitem Neosalafismus und Rechtsextremismus

Redaktion Infodienst Radikalisierungsprävention am 20.06.2016

Die Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V. in Düsseldorf hat unter der Leitung von Dr. Michael Kiefer das Modellprojekt "Clearingverfahren und Case Management: Prävention von gewaltbereitem Neosalafismus und Rechtsextremismus" gestartet. Das von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Projekt zielt auf die Prävention von Radikalisierungsprozessen in Sozialraum und Schule.

Handlungskonzept



Insgesamt wurden sechs Schulen in NRW und Berlin ausgewählt, um das Projekt in Kooperation mit der Aktion Gemeinwesen und Beratung umzusetzen. Die Besonderheit des Projekts ist, dass die Unterbrechung von Radikalisierungsprozessen im Fokus steht. Dieser Ansatz ist in Deutschland bis jetzt einmalig. Im Mittelpunkt steht deshalb die Entwicklung und Erprobung von Methoden und Maßnahmen, mit denen sich ein bereits begonnener Prozess nachhaltig aufhalten lässt. Hierzu sollen mehrstufige strukturierte Clearingverfahren zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Verfahren, die auch über einen längeren Zeitraum Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler sowie deren Angehörige bereitstellen können.

Im Rahmen eines solchen Verfahrens kann ein ganzes Bündel von Methoden und pädagogischen Maßnahmen zur Anwendung kommen. Neben der präzisen Fallanalyse, die auf der Grundlage verlässlicher Indikatoren durchgeführt werden soll, zählen zum Maßnahmenfächer unter anderem Fallkonferenzen, Interventionsgespräche und externe Fachberatung. Die Ergebnisse werden in einer umfangreichen, praxisorientierten Handreichung dokumentiert.

Projektziel



Das Hauptziel des Projekts besteht darin, Radikalisierungsprozesse frühzeitig zu erkennen und diese zu unterbrechen. Die Schule ist dabei der einzige soziale Ort, in dem alle jungen Menschen über einen relativ langen Zeitraum beständig anzutreffen sind. Neben der Unterbrechung und Unterbindung von Radikalisierungsprozessen zielt das Projekt außerdem darauf ab, schulspezifische Konzepte zur Prävention von gewaltbereitem Neosalafismus und Rechtsextremismus in Zusammenarbeit mit den Akteuren an den Schulen zu erarbeiten. Hierzu zählen vor allem auch Maßnahmen der primären und sekundären Prävention. Das Projekt ist am 1. April 2016 gestartet.

Projektleitung



Lisa Kiefer
Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V.
Himmelgeister Str. 107
40225 Düsseldorf
lisa.kiefer@die-agb.de
www.die-agb.com


Förderung



Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-530
Fax +49 (0)228 99515-585
hanne.wurzel@bpb.bund.de
www.bpb.de

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