Herausforderung Salafismus

Radikalisierungsprävention



Newsletter Juli 2018

Neu im Infodienst Radikalisierungsprävention

Neu bei der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Veranstaltungshinweise und Fortbildungen

Termindetails und weitere Termine finden Sie in der Termin-Übersicht des Infodienstes.

Juli August September Oktober

Aktuelle Meldungen

Bundesprogramm „Demokratie leben!“ wird fortgesetzt



Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ soll auch über 2019 hinaus fortgesetzt und weiterentwickelt werden, hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Ende April angekündigt. „Demokratie leben!“ ist ein zentraler Baustein der Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung. Im Programm werden Projekte aus den Bereichen Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung sowohl mit kommunalen als auch mit regionalen und überregionalen Schwerpunkten gefördert. Im Jahr 2017 betrug die Fördersumme 104,5 Millionen Euro. Für den Haushalt 2018 wurde seitens des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Gesamtsumme von 115,5 Millionen Euro angemeldet.

Zum Beitrag auf der Website von „Demokratie leben!“

In den Medien: Prävention und (De)Radikalisierung im Gefängnis



Mehrere Medien haben in den vergangenen Wochen das Thema Prävention und (De)Radikalisierung im Gefängnis aufgegriffen. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau erläutert Thomas Mücke vom Violence Prevention Network, wie in Hessen verhindert werden soll, dass Salafisten Kontakt zu jungen Muslimen und deren Familien aufnehmen. Die Braunschweiger Zeitung berichtet, dass in Niedersachsen Deutschkurse für Gefangene die Präventionsarbeit erleichtern sollen. Bislang sind für die Gespräche häufig Dolmetscher notwendig.

Laut einem ZDF-Bericht ist in NRW die Zahl der Gefängnis-Imame drastisch gesunken – von 117 auf 26. Grund dafür ist, dass die DITIB ihre Imame zurückgezogen hat, seit für diese eine Sicherheitsüberprüfung vorgeschrieben ist. Der Donaukurier berichtet über das Präventionsprojekt „ReStart“ von MIND prevention. Es soll in Gefängnissen in Bayern junge Gefangene vor Radikalisierung schützen.

Im Infodienst Radikalisierungsprävention beschreibt Gefängnis-Imam Husamuddin Meyer seine Erfahrungen und skizziert welche Maßnahmen notwendig wären, um mehr muslimische Seelsorger in deutschen Gefängnissen zu etablieren.

„Erziehung auf Salafistisch“: Analyse von Fallbeispielen



In ihrem Beitrag „Erziehung auf Salafistisch“ in der Juni-Ausgabe von „Die Kriminalpolizei“ analysiert Dr. Britt Ziolkowsi drei Fallbeispiele: Ein Unterrichtsvideo des Predigers Hassan Dabbagh, einen salafistischen Erziehungsratgeber der Psychologin und Missionarin Aisha Utz sowie die Lehrvideos des Predigers Pierre Vogel. Der Beitrag vermittelt einen Einblick, wie salafistische Akteure versuchen, Einfluss auf Familien und die Erziehung von Kindern zu nehmen. Die Beispiele zeigen detailliert, wie die Akteure argumentieren und ihre Interpretation von Koran und Sunna vermitteln.

„Die Kriminalpolizei“ ist die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei.

Zum Beitrag auf der Website von „Die Kriminalpolizei“

Zum Beitrag im Infodienst Radikalisierungsprävention zum Thema „Aufwachsen in salafistischen Familien – Herausforderung für die Jugendhilfe zwischen Religionsfreiheit und möglicher Kindeswohlgefährdung“

Stellenausschreibung: Online Streetworker/-in, Berlin



Das Projekt streetwork@online sucht ab sofort eine/-n Online Streetworker/in für die Präventionsarbeit im Bereich religiös begründeter Extremismus (20 Stunden/Woche, Honorartätigkeit). Das Projekt wird durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt gefördert, Träger ist Akzeptanz-Vertrauen-Perspektive (AVP) e.V.

Zur Website des Projekts

Zur Stellenausschreibung

Salafisten machen gegen Kopftuchverbot mobil



Salafisten machen gegen ein mögliches Kopftuchverbot mobil, das zurzeit in mehreren Bundesländern diskutiert wird. Darüber berichtet das SAT.1-Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen. Zu den Aktionen salafistischer Gruppen gehören eine Kampagne bei Facebook und Twitter unter dem Hashtag #NichtOhneMeinKopftuch sowie eine Online-Petition. Außerdem hat Pierre Vogel unter dem Titel „Kopftuchverbot=Menschenrechtsverletzung“ bei Facebook einen fast zweieinhalbstündigen Live-Stream gesendet, der über 75.000 Mal aufgerufen wurde.

Zum Beitrag auf 1730live.de (SAT.1)

Die bpb beleuchtet die Debatte unter dem Titel „Konfliktstoff Kopftuch“ aus politischer, juristischer, feministischer, religiöser und europäischer Perspektive

Michael Kiefer im Interview: „Salafisten und Rechte haben viel gemeinsam“



Es lassen sich Parallelen ziehen zwischen Jugendlichen, die sich religiösem oder politischem Extremismus zuwenden, so der Islamwissenschaftler Michael Kiefer in einem Interview mit der Welt zu seiner Arbeit in dem Projekt "Clearingverfahren und Case Management: Prävention von gewaltbereitem Neosalafismus und Rechtsextremismus" (siehe Beitrag im Infodienst). Die Jugendlichen fänden es attraktiv, „durch Identifikation mit einer radikalen Bewegung ihr Selbst zu erhöhen, ihr Ego zu steigern.“ Die Jugendlichen erlebten Macht, wenn sie mit extremistischen Symbolen auch nur spielen würden. Zudem warnt Kiefer vor Panikmache beim Thema Radikalisierung. Seine Einschätzung: Wenn man früh genug einschreitet, ist niemand verloren. Kiefer berichtet, dass inzwischen deutlich mehr Lehrkräfte und Eltern Verdachtsfälle früh melden würden.

Zum Interview auf welt.de

Baden-Württemberg bündelt Prävention: Aus KPEBW wird konex



Das baden-württembergische Kompetenzzentrum gegen Extremismus hat neue Aufgaben, einen neuen Namen und neue Räume bekommen. Seit Juni heißt es konex. Bereits seit 2015 koordinierte es unter dem Namen „KPEBW“ das landesweite Präventionsnetzwerk gegen islamistischen Extremismus. Anfang des Jahres wurde die Arbeit auf alle Formen des politischen oder religiösen Extremismus ausgedehnt. Zudem bietet das Kompetenzzentrum nun selbst Ausstiegs- und Beratungsmöglichkeiten an. Begonnen wurde mit dem Ausstiegsprogramm Rechtsextremismus, 2019 sollen Ausstiegsprogramme für den Ausländer- und Linksextremismus folgen. Eine Ausstiegsberatung im Bereich Islamismus bietet die Beratungsstelle Baden-Württemberg des Violence Prevention Network an, die durch das konex betrieben wird.

Zur Pressemitteilung des baden-württembergischen Innenministeriums

Deradikalisierung und Prävention in Berlin: Fachleute ziehen im Verfassungsschutzausschuss Bilanz



Das Wachstum der salafistischen Szene schwächt sich ab, so der Berliner Innensenator Andreas Geisel bei einer Anhörung im Verfassungsschutzausschuss des Abgeordnetenhauses am 9. Mai. Jedoch ist die Zahl der Szeneangehörigen laut Verfassungsschutz zuletzt noch einmal gestiegen. Anders als bisher angenommen handelt es sich bei ihnen vor allem um Erwachsene im Alter von Anfang bis Mitte 30, so Geisel. Der Innensenator will Rückkehrer stärker in den Fokus nehmen und untersuchen lassen, inwieweit Diskriminierung und Ausgrenzung zu Radikalisierung führen könnten. Außerdem solle die Arbeit in Haftanstalten intensiviert werden.

Fachleute von mehreren Präventionsprojekten forderten im Ausschuss eine bessere Finanzierung und verstärkte Präventionsarbeit in Schulen, Gefängnissen und im Internet. Es müsse zudem mehr Geld in die "ganz normale Jugendarbeit" fließen, so Mirjam Gläser vom Berliner Verein ufuq.

Zu Beiträgen in der Berliner Morgenpost, der Berliner Zeitung und im RBB

Diskussion über Qualität der Prävention: „Das Geld ist da, doch das Wissen fehlt“



Viel Geld wird in die Präventionsarbeit gesteckt – doch „niemand weiß so richtig, was am besten gegen Extremismus hilft“, heißt es in einem Beitrag der Berliner Morgenpost zum Deutschen Präventionstag. Oft würden Studien fehlen. Geld bekämen im Moment diejenigen, die „Antragslyrik“ beherrschten. Gleichzeitig seien die Laufzeiten der Projekte oft begrenzt, die Beschäftigung der Angestellten prekär.

Zum Beitrag in der Berliner Morgenpost

Handreichungen, Materialien und Berichte

Handreichung für Lehrkräfte: „Jugendliche im Fokus salafistischer Propaganda"



Die Handreichung enthält Unterrichtsentwürfe zu den Themen „Die Kreuzzüge“, „Menschenrechte im Islam“, „Kriegsverse im Koran“ sowie „Antisemitismus als Verschwörungsglaube am Beispiel der ‚Protokolle der Weisen von Zion‘“ für jeweils ein bis zwei Doppelstunden. Darüber hinaus gibt es eine Zusammenstellung von Materialien zu den Themen Islamismus und Salafismus. Herausgegeben wird die Handreichung vom Landesinstitut für Schulentwicklung Baden-Württemberg und der Landeszentrale für politische Bildung als Teilband 2.2 ihrer Reihe zu salafistischer Propaganda.

Weitere Informationen und Download von „Jugendliche im Fokus salafistischer Propaganda, Teilband 2.2“

Handreichung für Lehrkräfte: „Fanatisierung als Herausforderung für die Politische Bildung“



Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe von „polis aktuell“ steht die Frage: Was bringt Jugendliche und junge Erwachsene dazu, fanatisch zu werden? Betrachtet werden dabei mehrere politische, soziale und religiöse Phänomene – von Hooligan-Szenen und Sekten über rechtsextremistische Organisationen bis hin zu islamistischen Netzwerken. Die Handreichung enthält Hintergrundinformationen sowie konkrete Unterrichtsvorschläge. Herausgeber ist das „Zentrum Politik Lernen in der Schule“ (polis), das im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung arbeitet.

Weitere Informationen und Download von „Fanatisierung als Herausforderung für die Politische Bildung“

Lagebericht 2017 zu Islamismus im Internet von jugendschutz.net



Dschihadisten als Helden in Video-Clips, Aufrufe zu Terrorattacken in Memes, Kinder als Zielgruppe von Apps: Islamisten sprechen über das Netz immer jüngere User an, so der Lagebericht zu Islamismus im Internet von jugendschutz.net, der im Juni veröffentlicht wurde. Ihre Botschaften finden sich in Diensten wie YouTube und Instagram, die in der Medienwelt von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen. Dabei würden sie nicht immer Gewalt enthalten, so der Bericht. Viele Angebote schürten aber unterschwellig menschenverachtende und demokratiefeindliche Haltungen.

Zur Pressemitteilung von jugendschutz.net

Download des Berichts als PDF

Deutscher Präventionstag: Gutachten „Gewalt und Radikalität – Forschungsstand und Präventionsperspektiven“



Anlässlich des 23. Deutschen Präventionstags im Juni 2018 hat der Soziologe Dirk Baier ein Gutachten zum aktuellen Forschungsstand im Bereich extremistische Gewalt und Radikalität verfasst. Auf dieser Basis benennt Baier auch Perspektiven für die Prävention. Betrachtet werden Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus. Ziel des Berichts ist es, datenbasiert die aktuelle Lage und derzeitige Entwicklungstrends einzuschätzen. Dafür werden umfassende Statistiken präsentiert.

Download des Gutachtens

Bericht: „Learning about Foreign Fighters from Family and Friends”



Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) hat Interviews mit sogenannten „Foreign Fighters“ in Syrien und Irak sowie deren Angehörigen und Freunden ausgewertet. Dabei ging es um die Frage, was die „Foreign Fighters” dazu bewegt hat, an der Seite von dschihadistischen Gruppen zu kämpfen. Zudem wurde untersucht, wie die Angehörigen damit umgehen. Befragt wurden 41 Kämpfer sowie 43 Eltern, Geschwistern und Freunde. Die Interviewten kommen aus Kanada, den USA, Großbritannien sowie anderen europäischen Ländern. In Fallbeispielen werden die Geschichten der „Foreign Fighters“ aus Sicht der Familien erzählt – darunter die Geschichten eines amerikanischen Muslims, eines europäischen Konvertiten sowie verschiedener Jugendlicher aus Québec.

Download von „Learning about Foreign Fighters from Family and Friends” (in englischer Sprache)

Projektbroschüre: „Kommunen gegen Extremismus – Empfehlungen, Praxisbeispiele und Ressourcen für die Prävention von Radikalisierung auf lokaler Ebene“



Zum Abschluss des Projekts „Local Institutions Against Extremism“ ist eine Broschüre erschienen, die Empfehlungen, Praxisbeispiele und Ressourcen vorstellt, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden. Unter den Praxisbeispielen sind auch Projekte aus Augsburg, Düsseldorf und Essen. „Local Institutions Against Extremism“ wurde zwischen 2014 und 2017 vom Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (Efus) durchgeführt. Ziel war die Förderung des Austauschs zwischen Städten und Regionen in Europa. Außerdem wurden verschiedene lokale Pilotprojekte umgesetzt.

Download von „Kommunen gegen Extremismus – Empfehlungen, Praxisbeispiele und Ressourcen für die Prävention von Radikalisierung auf lokaler Ebene“

Neuerscheinungen

Muhammad Sameer Murtaza: „Schalom und Salam – Wider den islamisch verbrämten Antisemitismus“



In seinem Buch wirbt Muhammad Sameer Murtaza für Verständigung und Toleranz zwischen Judentum und Islam. Dabei spricht er sich gegen die Annahme aus, Antisemitismus sei aus dem Koran heraus zu begründen. Antisemitismus sei vielmehr historisch bedingt. Der Schweizer Sender SRF bescheinigt Murtaza, „einen guten Einblick in ein politisch hoch relevantes und virulentes Thema“ zu präsentieren. Das Buch sei allerdings „wenig fokussiert“.

Zur Besprechung bei SRF

Das Buch ist am 7. Mai 2018 beim Info3 Verlag erschienen und umfasst 160 Seiten. Es kann zum Preis von 16,90 Euro bestellt werden.

Audio- und Video-Beiträge

„Black Crows“: Netflix zeigt Serie über das Leben unter IS-Herrschaft



Auf Netflix ist die fiktive Serie „Black Crows“ verfügbar, die das tägliche Leben unter der Herrschaft des sogenannten Islamischen Staats darstellt. Dabei spielen Frauen zentrale Rollen, wie eine jesidische Sklavin, eine Undercover-Reporterin und eine Mutter, die den „IS“ unterstützt. Auch die Ausbildung von Kindern zu Kämpfern wird nacherzählt. Produziert wurde die 30-teilige Serie vom Sender MBC, der seinen Hauptsitz in Dubai hat. Laut kino.de stützt sich die Serie inhaltlich auf Berichte von Augenzeugen, die den Terror überlebt haben oder früher selbst „IS“-Anhänger waren.

Zum Trailer auf YouTube

Zum Beitrag auf kino.de

Zur Sendungsseite auf Netflix (um die Serie anzuschauen, ist ein Netflix-Abonnement notwendig)

„13. November: Angriff auf Paris“: Mini-Serie über Paris-Attentate bei Netflix



Auch die dokumentarische Mini-Serie „13. November: Angriff auf Paris“ ist auf Netflix verfügbar. In drei 45-minütigen Episoden zeichnet sie die Geschehnisse der Pariser Terroranschläge im November 2015 nach und erzählt die Geschichten von Überlebenden, Feuerwehr, Polizei und Regierung. Das sei „atemlos spannend“, so Spiegel.de. Allerdings wird auch kritisiert, dass die Serie traumatische Erlebnisse funktionalisiere und daraus Unterhaltungsware mache.

Zur Rezension auf spiegel.de

Zur Sendungsseite und zum Trailer auf Netflix (um die Serie anzuschauen, ist ein Netflix-Abonnement notwendig)


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