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6.12.2019

Einkaufen im Internet

Markus will eine Jacke kaufen.
Das kann Markus in einem Laden seiner Stadt
oder im Internet machen.
Markus kann sich auf vielen Webseiten eine Jacke aussuchen und kaufen.
Die Jacke wird ihm dann nach Hause geschickt.
Eine Webseite, auf der man etwas kaufen kann, ist ein Laden im Internet.

So eine Webseite heißt Online-Shop.
Online bedeutet "im Internet" oder "an das Internet angeschlossen".

Manche Geschäfte in einer Stadt haben auch zusätzlich einen Online-Shop.

Am Beispiel von Markus erklären wir etwas über Daten,
Werbung im Internet und was Algorithmen auf Webseiten machen.

(© bpb)


Daten sammeln

Markus sucht mit seinem Smartphone nach coolen Jacken.
Er merkt sich den Preis von den Jacken, die er mag.
So sammelt er Informationen über unterschiedliche Jacken
und ihre Preise.
Zu Informationen kann man auch Daten sagen.

Aber nicht nur Markus sammelt Daten.
Auch die Server der Online-Shops sammeln Daten.
Die Online-Shops kennen auch verschiedene Tricks zum Daten sammeln:
Sie nutzen zum Beispiel Cookies auf Ihrem Laptop oder Smartphone.

Cookies sind Textdateien, die auf einem Computer gespeichert werden,
wenn der Computer eine Webseite aufruft.
Cookies speichern Informationen.
Wenn Markus dann wieder zu dem Online-Shop geht,
senden die Cookies die Informationen automatisch
wieder an die Computer des Online-Shops.
Manche Cookies sind dazu da, damit eine Webseite richtig funktioniert.

(© bpb)


Bei einem Online-Shop kann man zum Beispiel Sachen
in einem digitalen ‚Warenkorb‘ sammeln.
Kunden und Kundinnen legen Dinge in den Warenkorb,
die sie wahrscheinlich kaufen möchten.

Bestimmte Cookies speichern die Information,
welcher Warenkorb zu wem gehört.
So erkennt der Online-Shop seine Kunden und Kundinnen wieder und
merkt sich, was sie kaufen wollen.

Cookies speichern auch die Informationen,
was ein Käufer oder eine Käuferin gesucht hat.

Wenn Markus den Online-Shop noch einmal besucht,
bekommt er die Jacken noch einmal angezeigt,
die er sich bereits angeschaut hat.
Oder Markus bekommt die Jacke
als Werbung auf einer anderen Webseite angezeigt.

Markus fragt sich dann vielleicht:
"Wieso hat mein Smartphone sich gemerkt,
welche Jacke ich mir angesehen habe?"
Die Antwort auf Markus Frage, erklären wir im nächsten Kapitel.

(© bpb)


Gezielte Werbung

Cookies können auch speichern,
was sich jemand im Internet angesehen hat.
Cookies speichern, was jemand auf Webseiten sucht.
Das erklären wir mit Jasmin.


(© bpb)




Jasmin sucht auf einer Webseite nach Fernsehern.
Die Cookies der Webseite speichern diese Suche.

(© bpb)



Jasmin sucht auf einer anderen Webseite nach Krimis für den Urlaub.
Auch hier speichern Cookies die Suche.

Es gibt Firmen, die die Daten aus den Cookies verkaufen.
Diese Firmen nutzen Cookies dann nicht nur für einen Online-Shop,
sondern für viele Online-Shops und auch für andere Webseiten.
Dann bekommen auch viele Online-Shops die Informationen aus den Cookies.

So weiß dann nicht nur ein Unternehmen im Internet,
was Jasmin gesucht hat, sondern viele Unternehmen wissen das.
Jasmin wird dann auf vielen Webseiten genau die Werbung angezeigt,
die vielleicht zu ihren Interessen passt.
Jasmins Interessen werden danach berechnet,
was sie häufig gesucht oder angeklickt hat.

Zum Beispiel, hat Jasmin nach einem neuen Fernseher gesucht.

Cookies geben Jasmin dann eine Nummer.
Jasmins Suche wird in den Cookies ungefähr so gespeichert.

Später besucht Jasmin andere Webseiten.
Dabei werden neue Informationen über Jasmin gesammelt:

So werden immer mehr Informationen über Jasmin
unter dieser Nummer gesammelt und verkauft.
Und die Webseiten können Jasmin Werbung über Bücher
oder Fernseher zeigen.

Manche Werbung können Sie ausschalten.
Dazu müssen Sie die Einstellungen des Internet-Browsers öffnen.
In dem Programm kann man verschiedene Einstellungen auswählen,
zum Beispiel: ‚Drittanbieter-Cookies‘ blockieren.

Ganz vermeiden können Sie solche gezielte Werbung aber nicht.

Online-Shop (© bpb)


Wieso weiß ein Online-Shop, was ich kaufen will?


In manchen Online Shops können Sie so etwas lesen wie:
Diese Informationen weiß ein Online Shop deshalb,
weil er Informationen über seine Kunden und Kundinnen sammelt,
und diese auswertet.

Zum Beispiel:

(© bpb)


Wenn ein Nutzer oder eine Nutzerin bestimmte Produkte mag,
weiß der Computer das.
Wenn Jasmin gerne liest,
bekommt sie immer wieder Bücher angezeigt.
Wenn Thomas oft Isomatten
und Schlafsäcke anklickt,
bekommt er noch mehr Sachen
über Camping angezeigt.

(© bpb)


Die Auswertung der Daten über die
Kundinnen und Kunden
kann auch ergeben:
Die meisten Menschen,
die eine Jacke von einer bestimmten Marke bestellen,
bestellen auch Turnschuhe.
Wenn Sie dann so eine Jacke kaufen,
bekommen Sie anschließend Werbung
für Turnschuhe angezeigt.



Computer lernen

Aber wie funktioniert das?
Die Computer der Online-Shops werten die Daten mit Algorithmen aus.
Algorithmen sind Anleitungen für den Computer.
Diese Anleitungen sind von Menschen programmiert.
Mit einem Algorithmus kann ein Computer
Schritt für Schritt eine Aufgabe lösen
oder Daten nach bestimmten Regeln auswerten.

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Auswerten bedeutet:

Die Algorithmen kombinieren Daten miteinander nach bestimmten Regeln.

So entstehen neue Daten mit Informationen.
So wie wir das vorhin mit den Beispielen
der Jacken und Turnschuhe erklärt haben.

Algorithmen können eine riesige Menge von Daten
in sehr kurzer Zeit miteinander vergleichen.
Und sie kommen dann zu einem bestimmten Ergebnis.

Denken wir noch einmal an Jasmin.
Zum Beispiel, könnten Algorithmen Daten darüber sammeln,
was Frauen in Jasmins Alter oft kaufen.

So entstehen für die Onlineshops Informationen darüber,
was Frauen in diesem Alter interessiert.
Wenn Jasmin dann auf der Webseite des Online-Shops ist,
bekommt sie diese Produkte angezeigt.
Vielleicht kauft sie dann ein solches Produkt
und der Online-Shop hat Geld verdient.

Wenn ein Algorithmus im Computer große Datenmengen verarbeitet,
wird er immer besser.
Er zeigt den Kunden und Kundinnen immer genauer an, was sie interessiert.
Man kann auch sagen, dass der Computer lernt.

(© bpb)


Der Algorithmus sortiert

Nicht nur Online-Shops verwenden Algorithmen.

Algorithmen werden auch in Unternehmen immer wichtiger.
Zum Beispiel kann ein Computer mit Kamera lernen,
wie kaputte Produkte aussehen.
Der Computer verbessert seine Algorithmen
und kann so kaputte Produkte an einem Fließband immer besser aussortieren.
Das muss dann kein Mensch mehr machen.
Vielleicht gibt es dann aber auch weniger Arbeitsplätze.

Manche Autoversicherungen bieten besondere Verträge an.
Bei diesen Verträgen werden von einem Computer Daten darüber gesammelt,
wie schnell jemand fährt oder wie stark er oder sie Gas gibt.
Ein Algorithmus der Versicherung rechnet dann aus, wie sicher jemand fährt.
Wer unsicherer fährt, zahlt dann mehr für die Versicherung.
Viele Menschen wollen nicht, dass kontrolliert wird, wie sie fahren.

Menschen müssen sich also überlegen, was Computer erledigen sollen.
Manche Dinge können Computer durch Algorithmen viel schneller und besser.
Sie können zum Beispiel viele Daten in sehr kurzer Zeit verarbeiten.
Menschen brauchen dafür viel mehr Zeit als Computer.

Andererseits können Computer und ihre Algorithmen
auch bestimmte Menschen benachteiligen.
oder die Privatsphäre der Menschen einschränken.

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Was bedeutet Big Data?

Überall im Internet werden auf der ganzen Welt riesige Datenmengen gesammelt.
Solche riesigen Datenmengen entstehen zum Beispiel in Online Shops,
durch Suchmaschinen wie Google oder durch Fitnessarmbänder.
Die Menge an Daten nimmt jeden Tag zu.
Bei Google suchen jeden Tag Menschen etwas Neues.
Sie bestellen etwas in Online-Shops oder ihr Fitnessarmband sammelt Daten.
Computer sammeln diese Daten und Algorithmen können sie auswerten.
Kein Mensch kann alle diese Daten lesen, sortieren oder auswerten.
Das können Computer und Algorithmen übernehmen.

Big Data nennt man beides zusammen:
  • Die riesigen Datenmengen,
    die in kurzer Zeit von ganz unterschiedlichen Quellen produziert werden
  • und die Technik, die diese Daten auswertet.

Einblick in das Rechenzentrum von Google in Georgia, USA. Die vielen Computer-Server speichern die großen Datenmengen der Google-Nutzer (© picture-alliance, ZUMA Press )




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