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1.10.2021

Gender Pay-Gap

Die durchschnittlichen Stundenverdienste von Frauen liegen deutlich unter denen der Männer. Wenn dabei von Frauenlohndiskriminierung die Rede ist, dann geht es heute weniger um eine offene Diskriminierung, wenn nämlich für identische Arbeiten Frauen weniger als Männer erhalten, sondern um eine versteckte Diskriminierung.

Arzthelferinnen einer Hausarztpraxis in Dortmund bei einer Besprechung mit einer Ärztin (© picture-alliance)


Dieses Bild einer geschlechtsspezifischen Verteilung der Arbeitseinkommen wird durch die Ergebnisse der Verdienststatistik unterstrichen: 2019 erhielten die weiblichen Beschäftigten im produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistungen (Vollzeitbeschäftigung) einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 21,94 Euro, der um 17,2 Prozent unter dem Stundenlohn der Männer (26,51 Euro) lag. Diese Abweichungen treten in fast allen Wirtschaftszweigen auf; die Frauen verdienen deutlich weniger als die Männer. Die Spanne ist bei den Finanz- und Versicherungsleistungen besonders groß: Hier erhalten die Frauen nur 71 Prozent der Männerverdienste (vgl. Abbildung "Durchschnittliche Bruttostundenverdienste von Männern und Frauen 2019 in ausgewählten Wirtschaftszweigen").

Durchschnittliche Bruttostundenverdienste* von Männern und Frauen 2019, Vollzeitbeschäftigte in ausgewählten Wirtschaftszweigen (PDF-Icon Grafik zum Download) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Dieser so genannte Gender Pay-Gap ist eine Folge der in mehrfacher Hinsicht benachteiligten Stellung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt [1]:
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Gerhard Bäcker, Ernst Kistler für bpb.de

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Fußnoten

1.
Vgl. Bundesregierung 2011; Finke/Dumpert/Beck 2017, S. 43 ff.; Klammer/Klenner/Lillemeier 2018.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.


Ernst Kistler

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.


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