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Gipfeltreffen der BRICS-Staaten | Hintergrund aktuell | bpb.de

Gipfeltreffen der BRICS-Staaten

Redaktion

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Am 9. und 10. Juli kommen die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten im russischen Ufa zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammen.

Vor Beginn ihres Treffens im australischen Brisbane im November 2014: die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten, der russische Präsident Vladimir Putin, Indiens Premierminister Narendra Modi, die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, der Präsident Chinas Xi Jiping und Südafrikas Präsident Jacob Zuma. (© picture-alliance)

Das 7. Gipfeltreffen der BRICS-Staaten findet am 9. und 10. Juli statt. In diesem Jahr versammeln sich die Staats- und Regierungschefs Brasiliens, Russlands, Indiens, Chinas und Südafrikas in der russischen Stadt Ufa. Auf dem Gipfel sollen unter anderem Fragen der Energieversorgung und -effizienz besprochen werden. Außerdem stehen kulturpolitische und organisatorische Punkte auf der Agenda. Beispielsweise wollen die BRICS-Staaten ihre Zusammenarbeit im Bereich Jugendaustausch vertiefen. Durch gemeinsame Organisationsentwicklung sollen die BRICS-Gipfel in Zukunft eine festere Struktur bekommen. Zeitgleich zum Gipfeltreffen der BRICS-Staaten findet in Ufa außerdem das Treffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit statt.

Entstehung der BRICS

In seinem Bericht Externer Link: Building Better Global Economic BRICs fasste Jim O'Neill, damals Chefvolkswirt der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, im Jahr 2001 die Interner Link: Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China unter dem Akronym BRIC (zunächst ohne S) zusammen. Innerhalb seines Berichts prognostizierte er, dass diese vier Länder bis zum Jahr 2050 gemeinsam die Interner Link: G7-Staaten in ihrer Wirtschaftskraft überholen würden.

Es dauerte aber noch einige Jahre, bis sich die Staaten selbst als Gruppe etablierten. 2006 kam es während der UN-Vollversammlung zu einem ersten Treffen ihrer Außenminister. In der darauffolgenden Zeit folgten Treffen der Finanzminister sowie weiterer Minister. Das erste Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der BRIC-Staaten fand im Jahr 2009 im russischen Jekaterinburg statt. Seitdem treffen sie sich einmal im Jahr. Im Jahr 2010 trat Südafrika als fünftes Mitglied der Gruppe bei und aus den BRIC- wurden die BRICS-Staaten.

Die BRICS-Staaten repräsentieren etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung. Dank überdurchschnittlich hoher Wachstumsraten im Vergleich zur EU und zu den USA ist ihr Anteil an der Weltwirtschaftsleistung in der Vergangenheit kontinuierlich gewachsen. Lag er im Jahr 2004 noch bei etwa 16 Prozent, so ist er inzwischen auf mehr als 25 Prozent gestiegen.

Im Umfeld der jährlichen Gipfel werden auf Foren und Treffen verschiedene Themen unter den Mitgliedsstaaten verhandelt. Im jährlichen Turnus wechselt zwischen den Staaten der Vorsitz und damit auch das Recht das Programm für die Treffen festzulegen. Gegenwärtig hat Russland den Vorsitz inne. Standen bei den ersten Gipfeltreffen überwiegend wirtschafts- und finanzpolitische Fragen im Vordergrund, so sind in den letzten Jahren auch verstärkt weltpolitische Themen verhandelt worden.

Ziel der BRICS-Staaten

Ein zentrales Anliegen der BRICS-Staaten ist die Reform der internationalen Währungs- und Finanzordnung. Sie fordern dabei Externer Link: mehr Mitsprache und eine größere Repräsentation der Schwellen- und Entwicklungsländer innerhalb der internationalen Finanzinstitutionen. Dabei soll die Dominanz der USA und der europäischen Staaten in den internationalen Finanzinstitutionen Weltbank und Interner Link: Internationaler Währungsfonds (IWF) eingeschränkt werden. Die Schwellen- und Entwicklungsländer beklagen, dass das bestehende Weltfinanzsystem nicht mehr die veränderten Kräfteverhältnisse widerspiegele und sie selbst zu wenig Mitspracherecht besäßen. 2010 wurde zwar eine Reform von Weltbank und IWF beschlossen. Dieser Plan wurde aber bis heute noch nicht umgesetzt.

Auf dem Gipfel 2014 im brasilianischen Fortaleza haben die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten beschlossen eine Externer Link: Entwicklungsbank (New Development Bank, NDB) und einen Externer Link: Reservefonds (Contingency Reserve Arrangement, CRA) zu gründen. Als Grundkapital für die NDB zahlt jedes Mitglied zehn Milliarden US-Dollar ein. Die neue Bank hat ihren Sitz in Schanghai und ihr Präsident wird im Rotationsverfahren gewählt. Der CRA wird mit 100 Milliarden US-Dollar ausgestattet; davon steuert China 41 Milliarden bei, Südafrika fünf Milliarden. Die drei übrigen Länder überweisen jeweils 18 Milliarden. Die NDB soll Kredite für Infrastrukturprojekte und Projekte der nachhaltigen Entwicklung in den BRICS-Staaten sowie in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern vergeben. Mit dem CRA wollen sich die fünf Mitgliedsstaaten vor Risiken in der globalen Wirtschaft schützen.

Zahlen aus den BRICS-Staaten im Vergleich mit Deutschland und den USA (2013)

Fläche (km²) Bevölkerung in Millionen BIP (Mrd. US-$) BIP pro Kopf (US-$) Import (Mrd. US-$) Export (Mrd. US-$)
Brasilien 8358140 200,4 2246 11173 239,6 242,2
Russland 16376870 143,5 2097 14591 314,9 527,3
Indien 2973190 1252,1 1877 1509 466,0 336,6
China 9388211 1357,4 9469 6959 1950,0 2209,0
Südafrika 1213090 53,0 351* 6621* 103,5 95,2
Deutschland 348540 80,6 3636 44999 1194,5 1458,6
USA 9147420 316,1 16768 53001* 2328,3 1578,0

Fußnote: * Schätzung des IWF

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