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10.6.2020

Vor 30 Jahren: Abriss der Berliner Mauer

Die Berliner Mauer ist nach dem Mauerfall am 9. November 1989 bereits löchrig – erste Teile werden abgerissen und neue Grenzübergänge geschaffen. Der offizielle Abriss der Grenzmauer beginnt am 13. Juni 1990. Ein Rückblick in Bildern.

Loch in der Mauer

Menschenmenge an stark abgemeißelten Mauerresten, im Hintergrund das Axel-Springer-Haus in der Kochstraße. Aufnahme von Mai 1990. Quelle: www.wir-waren-so-frei.de Lizenz: cc-by-sa (Jürgen Lottenburger)


Ende Dezember 1989 beschließt die DDR-Regierung den Abriss aller Grenzanlagen an der innerdeutschen Grenze. In den kommenden Monaten brechen "Mauerspechte" Teile der Mauer heraus, und erste Segmente der Grenzanlage werden abgebaut.

Beginn der Abrissarbeiten

Ein Bagger bringt an der Ecke Bernauer Straße / Ackerstraße in Berlin erste Betonsegmente zu Fall. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0613-024, Lizenz: cc by-sa 3.0. (Hartmut Reiche)


Der offizielle Abriss der Berliner Grenzmauer beginnt am 13. Juni 1990 an der Ecke Bernauer Straße / Ackerstraße zwischen den Bezirken Berlin-Wedding und Mitte. Auf dem ehemaligen Todesstreifen feiern Menschen an diesem Tag ein Volksfest. Es ist der Auftakt für den Abbau aller innerdeutschen Grenzanlagen. 39 Straßenübergänge zwischen Ost- und Westberlin sollen bis zum 1. Juli wieder geöffnet sein.

Grenzübergänge

Grenzübergang Friedrichstraße (Checkpoint Charlie) im Juni 1990. Quelle: wir-waren-so-frei.de, Lizenz: CC-BY-NC-ND (Jürgen Lottenburger)


Der Abbau geht im Juni deutlich schneller als erwartet: Zum 1. Juli 1990 sind bereits über hundert grenzüberquerende Straßen für den Verkehr geöffnet. Am selben Tag wird die Grenzüberwachung eingestellt. Die Grenztruppen, die die Mauer bisher bewacht hatten, sind nun für den Abbau der Anlagen zuständig. Wiederverwertbare Elemente dürfen sie verkaufen. Unterstützt werden die Grenztruppen durch Streitkräfte der Alliierten und durch private Bauunternehmen.

Abbau aller Grenzanlagen

Abrissarbeiten am ehemaligen DDR-Grenzübergang Friedrich-/Zimmerstraße (Checkpoint Charlie); Aufnahme 13. November 1990. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1113, Lizenz: CC-BY-SA (Peer Grimm)


Der Abriss der innerstädtischen Mauer endet offiziell am 30. November 1990. Bis dahin fallen nach Schätzungen der Grenztruppenführung rund 1,7 Millionen Tonnen Bauschutt an. Allein in Berlin werden 184 km Mauer, 154 km Grenzzaun, 144 km Signalanlagen und 87 km Sperrgräben entfernt. Der Abbau der gesamten Sperranlage entlang der fast 1.400km langen innerdeutschen Grenze dauert noch mehrere Jahre.

Versteigerung

Fünf Teile der Berliner Mauer, die auf der Kunstmesse Brafa versteigert werden sollen, stehen in einer Lagerhalle im Norden der Stadt. (© picture-alliance/dpa, Sabine Glaubitz)


Die Reste der Mauer werden zu Spekulationsobjekten. Ende Dezember 1989 übernimmt "Limex", eine Firma des DDR-Außenhandelsministeriums im regierungsoffiziellen Auftrag den Verkauf der Mauerreste. Bemalte Mauersegmente werden ab 1990 bei Auktionen versteigert. Bei einer Versteigerung am 23. Juni 1990 werden 81 Mauerteile angeboten, darunter Fragmente vom Potsdamer Platz und der Mauer am Brandenburger Tor. Die Erlöse sollen der Denkmalpflege und dem Gesundheitswesen der DDR zugutekommen. Bis heute ist unklar, wohin die Einnahmen aus den Verkäufen genau geflossen sind.

Die Mauer heute

Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. (© picture-alliance, Geisler-Fotopress, Frederic Kern/Geisler-Fotopress)


Ein Jahr nach dem Mauerfall sind die innerstädtischen Grenzanlagen größtenteils entfernt. Heute erinnern nur noch wenige Reste an die Mauer. An der Bernauer Straße wurde 1998 eine Gedenkstätte mit einem erhaltenen Stück der Berliner Mauer errichtet. Außerdem blieb in Friedrichshain ein 1,3 Kilometer langes Stück der Hinterlandmauer an der Spree stehen: Die heutige East Side Gallery. Eines der größten Teilstücke in Pankow wurde im Frühjahr 2020 abgerissen.

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