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21.12.2009

2009 - ein Rückblick in Bildern

Superwahljahr, Lissabon-Vertrag, 20 Jahre Mauerfall und 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland: Das Jahr 2009 war ein spannendes und historisches Jahr. Ein Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse.

Bundesregierung beschließt Konjukturpaket II



(Foto: AP)

Am 13. Januar 2009 stimmt das Bundeskabinett dem Konjunkturpaket II in Höhe von 50 Milliarden Euro zu. Mit dem größten Konjunkturprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik sollen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise abgemildert werden. Zentrale Maßnahmen sind weitreichende Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sowie Steuerentlastungen und Abgabensenkungen. Horst Seehofer (CSU), Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (v.l.n.r.) geben am 13. Januar 2009 in Berlin eine Pressekonferenz zum Konjunkturpaket II.

Landtagswahlen in Hessen



(Foto: AP)

Am 18. Januar 2009 wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. CDU und FDP erhalten eine deutliche Mehrheit und können gemeinsam regieren. Roland Koch (CDU) wird am 5. Februar 2009 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Vor den Neuwahlen kam in Hessen ein Jahr lang keine Regireung zustande. Zweimal scheiterte Andrea Ypsilanti (SPD) mit dem Versuch, eine von der Linken geduldete rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden. Nach der Wahlniederlage trat Ypsilanti als Fraktions- und Landesvorsitzende der Hessen-SPD zurück.

Machtwechsel im Weißen Haus



(Foto: AP)

Am 20. Januar wird Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Er ist der erste schwarze Präsident der USA. Millionen Menschen begleiteten die Amtseinführung in Washington und weltweit vor den TV-Bildschirmen.

Chávez gewinnt Referendum



(Foto: AP)

Am 15. Februar 2009 stimmen die Menschen in Venezuela in einem Referendum mehrheitlich für eine Verfassungsänderung. Diese erlaubt dem Präsidenten Hugo Chávez, uneingeschränkt oft zur Wiederwahl anzutreten. Daraufhin kündigt Chávez seine erneute Kandidatur für die Wahl im Jahr 2012 an.

Aufstand der Tibeter vor 50 Jahren



(Foto: AP)

Am 10. März 2009 protestieren Tibeter vor der chinesischen Botschaft in Berlin gegen die Besetzung ihres Landes. Anlass ist der 50. Jahrestag des Aufstandes der Tibeter gegen China, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und in dessen Folge der Dalai Lama ins Exil nach Indien floh.

Amoklauf in Winnenden



(Foto: AP)

Kerzen und Blumen liegen vor der Albertville Realschule in Winnenden zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs vom 11. März 2009. Der 17-jährige Schüler Tim K. hatte dabei 15 Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet.

Entführung der "Hansa Stavanger"



(Foto: AP)

Am 4. April 2009 wird der deutsche Frachter "Hansa Stavanger" vor der somalischen Küste von Piraten entführt. Kapitän Krysztof Kotiuk und seine Besatzung bleiben vier Monate lang in der Hand der Piraten. Erst Anfang August kommt die Crew nach Zahlung eines Lösegelds in Millionenhöhe frei.

60 Jahre NATO



(Foto: AP)

Im Rahmen des NATO-Gipfels am 3. und 4. April in Baden-Baden, Kehl und Straßburg feiert die NATO ihr 60-jähriges Bestehen. Das Bündnis war am 4. April 1949 gegründet worden. 40 Jahre lang prägte der Ost-West-Konflikt die Politik der NATO. Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Ende der Blockkonfrontation änderte sich die sicherheitspolitische Situation grundlegend. Inzwischen engagiert sich die Nato auch außerhalb ihres Bündnisgebiets und ist vermehrt bei der Friedenserhaltung und dem "nation-building" wie zum Beispiel in Afghanistan tätig.

Erdbeben in Italien



(Foto: AP)

Nach einem schweren Erdbeben am 6. April 2009 in den Abruzzen liegt die italienische Innenstadt L'Aquila in Schutt und Asche. Das Beben fordert hunderte Todesopfer, zehntausende Menschen werden obdachlos. Zudem werden viele Kulturschätze Italiens zerstört.

5 Jahre EU-Osterweiterung



(Foto: AP)

Tschechien, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Slowenien, die Slowakei, Malta und Zypern: Am 1. Mai 2004 wurden diese Staaten Mitglieder der Europäischen Union. Es war die bisher größte Erweiterung in der Geschichte der EU. Mit der Aufnahme Rumäniens und Bulgariens im Jahr 2007 wuchs die Zahl der Mitglieder auf 27. Seither leben fast 500 Millionen Menschen in der Europäischen Union.

60 Jahre Grundgesetz und Wiederwahl Köhler



(Foto: AP)

Zehntausende Menschen feiern bei Bürgerfesten in Bonn und Berlin eine Erfolgsgeschichte: 60 Jahre Grundgesetz. Am 23. Mai 1949 hatte der Parlamentarische Rat in Bonn das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet. Einen Tag später trat es in Kraft. Dieser Moment gilt als Geburtsstunde der Bundesrepublik. Ursprünglich war das Grundgesetz als Provisorium geplant. Seit der Wiedervereinigung gilt es aber als gesamtdeutsche Verfassung. Am Verfassungstag wird auch Bundespräsident Horst Köhler für weiere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Wahlen zum EU-Parlament 2009



(Foto: AP)

Vom 4. bis 7. Juni 2009 findet zum siebten Mal die Wahl zum Europäischen Parlament (EP) statt. Rund 375 Millionen Unionsbürger aus 27 EU-Mitgliedsstaaten können in freien, geheimen und vor allem direkten Wahlen ihre parlamentarischen Vertreter bestimmen. In Deutschland werden CDU/CSU trotz Verlusten mit 37,9 Prozent der Stimmen deutlich stärkste Kraft. Im Europa-Parlament kann die Fraktion der Europäischen Volkspartei ihre Mehrheit deutlich ausbauen. Mit 43 Prozent erreicht die Wahlbeteiligung europaweit ein Rekordtief.

WHO stuft "Schweinegrippe" als Pandemie ein



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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt die "Schweinegrippe" am 11. Juni zur Pandemie. Es ist das erste Mal seit rund 40 Jahren, dass die WHO für eine Grippe die höchste Alarmstufe 6 auslöst. Im Oktober gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Empfehlung zum Einsatz von Pandemie-Impfstoffen gegen das Neue Influenzavirus A (H1N1) heraus - dies entfacht eine Debatte um ein Für und Wider der Grippeimpfung.

Präsidentschaftswahl in Iran



(Foto: AP)

Bei der Präsidentschaftswahl am 12. Juni erhält Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad nach offiziellen Angaben 62 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Mir Hussein Mussawi zweifelt das Ergebnis an und fordert Neuwahlen. Es kommt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften. Der Iran erlebt die größten Massenprotesten seit der Revolution vor 30 Jahren. Im Laufe der Proteste werden mehrere Dutzend Menschen getötet und Tausende inhaftiert, mindestens acht Oppositionelle wurden zum Tode verurteilt.

Uiguren-Unruhen



(Foto: AP)

Bei Unruhen in der mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnten nordwestchinesischen Region Xinjiang werden Anfang Juli mindestens 140 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt. Anlass für die Proteste ist der Tod von zwei uigurischen Fabrikarbeitern Ende Juni. Im indischen Dharmsala demonstrieren Exil-Uiguren.

Präsidentschaftswahl in Afghanistan



(Foto: AP)

Am 20. August findet in Afghanistan die Präsidentschaftswahl statt. Die Wahl gilt internationalen Beobachtern als Gradmesser für die Entwicklung neuer demokratischer Strukturen. Zahlreiche gewaltsame Zwischenfälle überschatteten das Ereignis. Nach der Wahl werden Vorwürfe wegen Wahlbetrugs laut. Erst am 2. November wird Hamid Karzai zum Regierungschef erklärt, nachdem Oppositionsführer Abdullah Abdullah zuvor aus Protest gegen Manipulationen seine Kandidatur zurückgezogen hatte.

Landtagswahlen in Sachsen, im Saarland und in Thüringen



unterschrift="aus" (© ddp/AP)

Am 30. August wird in Sachsen, im Saarland und in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Während sich die CDU in Sachsen behaupten kann, muss sie in Thüringen und dem Saarland schwere Verluste hinnehmen und büßt in beiden Ländern die absolute Mehrheit ein – bleibt aber stärkste Kraft. In Sachsen regiert nun ein schwarz-gelbes Bündnis, in Thüringen ein Bündnis aus CDU und SPD und im Saarland regieren erstmals CDU, FDP und Grüne gemeinsam auf Landesebene.

Angriff auf Tanklaster in Afghanistan



(Foto: AP)

Ein afghanischer Soldat steht vor einem explodierten Tanklaster in Kundus/Afghanistan. Am 4. September hatte die Bundeswehr einen Luftangriff auf zwei Tanklaster in Nordafghanistan angefordert. Dabei werden bis zu 142 Menschen getötet. Der Luftangriff wird noch immer kontrovers diskutiert. Am 27. November tritt Arbeitsminister Franz Josef Jung zurück, der zur Zeit des Angriffs noch Verteidigungsminister war.

Wahl zum Deutschen Bundestag 2009



(Foto: AP)

Am 27. September 2009 wird der 17. Deutsche Bundestag gewählt und die Große Koalition von einer Regierung aus CDU/CSU und FDP abgelöst. Stärkste Partei wird mit 27,3 Prozent die CDU. Ihre Schwesterpartei CSU kommt auf 6,5 Prozent. Die SPD erhält nur 23 Prozent - so wenig wie noch nie bei einer Bundestagswahl. Die kleinen Parteien gewinnen hingegen deutlich hinzu (FDP 14,6, Die Linke 11,9, Grüne 10,7). Die Wahlbeteiligung erreicht mit 70,8 Prozent einen Tiefstand bei Bundestagswahlen. Zeitgleich finden in Brandenburg und Schleswig-Holstein Landtagswahlen statt.

Iren sagen "Ja" zur EU



(Foto: AP)

In einem zweiten Anlauf stimmen die Iren am 2. Oktober mit deutlicher Mehrheit für den EU-Reformvertrag von Lissabon. Ein Jahr zuvor hatte die irische Bevölkerung den Vertrag in einem ersten Referendum abgelehnt und die EU in eine schwere Krise gestürzt. Nach der Abstimmung feiern Unterstützer des Lissabon-Vertrags mit Luftballons in Dublin.

HRE wird verstaatlicht



(Foto: AP)

Als erste Bank in der Geschichte der Bundesrepublik wird die Hypo Real Estate (HRE) verstaatlicht. Bereits am 8. Juni 2009 hatte sich der Bund 90 Prozent der HRE-Aktien gesichert. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung in München wird am 5. Oktober ein so genannter Squeeze-Out beschlossen: die zwangsweise Abfindung der letzten freien Aktionäre. 2008 wäre die HRE fast zusammengebrochen und hatte Garantien und Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro erhalten. Im Februar 2009 hatte sich das Kabinett auf eine Ergänzung des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes geeinigt, mit der angeschlagene Banken im Notfall enteignet werden können.

Quelle ist pleite



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Aus für Quelle: Am 19. Oktober wird das Ende des Versandhauses Quelle bekannt gegeben. Bis zuletzt fand sich kein Käufer für das Traditionsunternehmen. 1.500 Arbeitsplätze sind von der Schließung betroffen. Quelle war 1927 vom Fürther Kaufmann Gustav Schickedanz gegründet worden.

20 Jahre Mauerfall



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Am Brandenburger Tor in Berlin wird am 9. November 2009 gefeiert. Vor 20 Jahre konnten hier nach 28 Jahren Teilung erstmals wieder Bürger aus Ost und West durch das Brandenburger Tor spazieren. Für das Gelingen der Friedlichen Revolution 1989 war die Macht der Straße ein entscheidender Faktor: die massenhafte Ausreise von DDR-Bürgern und die Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen Städten.

Minarettverbot in der Schweiz



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Am 29. November sprechen sich die Schweizer in einer Volksabstimmung gegen den Neubau von Gebetstürmen auf Moscheen aus. Die Schweizerische Volkspartei und die konservative Eidgenössisch-Demokratische Union hatten die Volksabstimmung initiiert. Das Votum löst europaweit eine Debatte aus über Religionsfreiheit, das Verhältnis von Staat und Religion und Vorurteilen gegenüber dem Islam.

Der Lissabon-Vertrag



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Am 1. Dezember 2009 tritt der Vertrag von Lissabon in Kraft. Mit ihm erhält die Europäische Union eine neue rechtliche und institutionelle Grundlage. Das Ziel des Vertrags: Die EU soll transparenter, entscheidungsfähiger und demokratischer werden.

EU mit neuer Führungsspitze



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Mit dem Lissabon-Vertrag werden auch die neuen Ämter eines ständigen EU-Ratspräsidenten und eines Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik geschaffen. Erster EU-Ratspräsident wird der Belgier Herman Van Rompuy (l.). Die Britin Catherine Ashton (r.) soll im Januar das Amt des Hohen Vertretes antreten.

Barack Obama erhält Friedensnobelpreis



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Der Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees Thorbjörn Jagland überreicht US-Präsident Barack Obama am 10. Dezember 2009 den Friedensnobelpreis in der City Hall in Oslo. Das Komitee in Oslo begründet seine Entscheidung vor allem mit Obamas "außergewöhnlichen Bemühungen" um eine Stärkung der internationalen Diplomatie und seiner Vision einer Welt ohne Atomwaffen.

UN-Weltklimagipfel in Kopenhagen



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Minimalkompromiss statt Nachfolgeabkommen: Das Ergebnis der UN-Weltklimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen enttäuscht viele. Zwar beschließen die Konferenzteilnehmer, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad begrenzen zu wollen. Konkrete Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen werden in der Kopenhagener Vereinbarung ("Copenhagen Accord") aber nicht vereinbart.
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