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Fußball-WM und Sicherheit

Bald ist es soweit: Am 9. Juni beginnt in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft. Auf einer Sicherheitskonferenz in Berlin tauschen sich internationale Experten über notwendige Konzepte aus. Welche Gefahr geht vor allem von gewaltbereiten Fans aus?

An der zweitägigen Konferenz nehmen rund 250 Expertinnen und Experten aus den 32 Teilnehmerstaaten sowie Delegationen der Nachbarländer Belgien, Österreich und Dänemark teil. Bilaterale Absprachen gelten als wichtige Voraussetzung, um den so genannten Hooligan-Tourismus einzudämmen: Gewaltbereite Fans sollen nach Möglichkeit an der Einreise gehindert werden. Großbritannien hat zum Beispiel schon 3.000 Hooligans die Ausreise untersagt. Hohe Meldeauflagen, mögliche Hausbesuche der Polizei: Darauf müssen sich deutsche Straftäter, die in der Kartei "Gewalttäter Sport" geführt werden, einstellen.

Alle Teilnehmerländer geben Daten über ihre Hooligan-Szene an die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) weiter. Sie sammelt sämtliche Daten über Reisewege, -dauer und Ziele von in- und ausländischen Fans und erstellt täglich Lageberichte, um mögliche Brennpunkte frühzeitig zu erkennen. Auch Polizisten aus den Teilnehmerländern werden in ihren eigenen Uniformen im Einsatz sein. Von ihnen erwartet man, dass sie mit den Fans aus dem eigenen Land besser umgehen können.

Datenschützer kritisieren hingegen zum wiederholten Male sowohl die Speicherung der Personalausweisnummern auf den WM-Tickets als auch die Sicherheitsprüfungen der 250.000 freiwilligen Helfer durch Polizei und Verfassungsschutz. Ungeklärt sei, was mit den gesammelten Daten nach der WM geschehe; zudem sei die gezielte Kontrolle verdächtiger Personen nach Ansicht des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, sinnvoller als die pauschale Überprüfung unbescholtener Bürger.

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