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6.11.2014

Rentenanpassungen

Mit der jährlichen Aktualisierung wird eine Kernidee der Rente umgesetzt. Die lohndynamische Rente folgt der Entwicklung der Löhne. Welche Faktoren sind für die Fortschreibung des Aktuellen Rentenwerts ausschlaggebend?

Beispielhafte Anpassung: Die Hainbänderschnecke (Cepaea nemoralis) überbrueckt beim Kriechen über Holzbohlen eine Lücke. @ picture alliance / blickwinkel/fotototo



Mit einer jährlichen Aktualisierung wird eine Kernidee der dynamischen Rente umgesetzt:

Alle Renten und die neu zugehenden Renten werden jährlich in ihrer Höhe − in der Regel ab dem 1. 7. eines Jahres − mit einem an die allgemeine Lohnentwicklung angepassten Aktuellen Rentenwert berechnet.

Dieser Wert wird regelgebunden festgelegt. Das dahinter stehende Verfahren zur Ermittlung der Fortschreibung der Aktuellen Rentenwerte West und Ost hat in den zurückliegenden Jahren mehrfache, kaum noch überschaubare Veränderungen erfahren.

Jede Anpassung der Renten um beispielsweise plus einen Prozentpunkt hat für die Rentenversicherung dauerhafte finanzielle Folgewirkungen (im Jahr 2013 waren es rund 2,36 Mrd. EUR, inklusive der Krankenversicherung der Rentner).

Diese waren in der Vergangenheit immer wieder Anlass, Rentenanpassungen zu verschieben, auszusetzen oder das Verfahren insgesamt zu verändern.

Beim gegenwärtigen Verfahren zur Fortschreibung des aktuellen Rentenwerts werden folgende Faktoren berücksichtigt: Außerdem erfolgt, wie schon erwähnt, im Fall einer negativen Lohnentwicklung keine Rentenanpassung; die unterlassene negative Anpassung wird in späteren Jahren jedoch nachgeholt.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler, Uwe G. Rehfeld

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.


Ernst Kistler

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.


Uwe G. Rehfeld Zur Person

Uwe G. Rehfeld

Uwe G. Rehfeld, Dipl.-Volkswirt, geb. 1945 in Freital/Dresden war nach Studium mit Schwerpunkten Finanzwissenschaft, Sozialpolitik und Statistik langjähriger Leiter der Statistik der Rentenversicherung - zunächst beim Verband und bis zum Ruhestand bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Dort leitete er den Geschäftsbereich Volkswirtschaftliche Grundfragen der Sozialpolitik dem auch das Statistische Berichtswesen, Forschungsnetzwerk Alterssicherung(FNA) und das Forschungsdatenzentrum zugeordnet waren. Er leitete eine Reihe wichtiger empirischer Projekte zur sozialen Sicherung, war Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Gremien und langjährig Dozent an Fachhochschulen.
Arbeits- und Publikationsthemen: Grundsatzfragen und Empirie zur Renten- und Sozialpolitik, Förderung der Forschung zur Alterssicherung.


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