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16.11.2016

Ausgaben

Der größte Ausgabeposten der gesetzlichen Rentenversicherung sind mit knapp 90% die Rentenausgaben.

31,9 Prozent aller Sozialausgaben werden 2011 durch die Rentenversicherung finanziert. Lizenz: cc by-sa/2.0/de (Facemepls/flickr.com)



Struktur der Sozialleistungen nach Leistungsarten 2014 (PDF-Icon Grafik zum Download 73 KB) (© bpb)

Die Ausgaben der GRV beliefen sich 2014 auf einen Wert von rund 270 Mrd. € (vgl. Tabelle). Im Sozialleistungssystem stellt damit die GRV den größten Leistungsträger dar. 30,7 Prozent aller Sozialausgaben werden 2012 durch die Rentenversicherung finanziert. Im Verhältnis zum Sozialprodukt macht das einen Anteil von 9,3 Prozent aus (vgl. Abbildung "Struktur der Sozialleistungen nach Leistungsarten 2014").

Die Renten stellen mit nahezu 90 Prozent aller Ausgaben den mit Abstand größten Ausgabeposten der GRV dar (vgl. Tabelle). Dabei dominieren die Ausgaben für die Versicherten- und Hinterbliebenenrenten (89,8 %). Die Verwaltungs- und Verfahrenskosten haben bei der GRV eine nur geringe Bedeutung (1,4 %); im Unterschied zur privaten Lebens- und Rentenversicherung arbeitet die GRV äußerst "kostengünstig".

Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Rentenversicherung 2014

Angaben in Mrd. Euro und in Prozent

EinnahmenMrd. € in % Ausgaben Mrd. € in %
Beitragseinnahmen 201,6 74,8 Rentenausgaben 239,0 89,8
Bundeszuschüsse 45,1 16,7 Beiträge zur KVdR 16,0 6,0
Zusätzliche Bundeszuschüsse 21,5 8,0 Leistungen zur Teilhabe 5,8 2,2
Erstattungen 0,8 0,3 Beitragserstattungen 0,1 0,0
Vermögenserträge 0,1 0,0 Verwaltungs- und Verfahrenskosten 3,8 1,4
Sonstige Einnahmen 0,2 0,1 Kindererziehungs-
leistungen
0,1 0,1
Sonstige Ausgaben 0,4 0,2
Einnahmen gesamt 269,4 100,0 Ausgaben gesamt 266,2 100,0
Einnahmeüberschuss 3,2

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund 2015, Rentenversicherung in Zahlen.

Rentenausgaben nach Rentenarten 1960 - 2014 (PDF-Icon Grafik zum Download 54 KB) (© bpb)

Verfolgt man die Ausgabenentwicklung im Zeitverlauf seit 1960 (vgl. Abbildung "Rentenausgaben nach Rentenarten 1960-2014), zeigt sich, dass der Anteil der Ausgaben sowohl für die Erwerbsminderungsrenten als auch für die Hinterbliebenenrenten kontinuierlich gesunken ist. Ursächlich dafür ist, dass der Anteil der Erwerbsminderungsrenten sowohl an den neu zugehenden Renten als auch an den Bestandsrenten kontinuierlich abgenommen hat und dass das Leistungsniveau deutlich gesunken ist (vgl. Erwerbsminderungsrenten). Und bei den Hinterbliebenenrenten ist zu berücksichtigen, dass es durch die Anrechnung des eigenen Einkommens (oberhalb der Freibeträge) häufig zu Leistungskürzungen kommt (vgl. Hinterbliebenenrenten).

Die Höhe der Rentenausgaben hängt zentral ab
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Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.


Ernst Kistler

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.


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