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30.1.2020

Pro und Contra

Für bzw. gegen das Umlage- wie das Kapitaldeckungsverfahren werden jeweils verschiedene Argumente ins Feld geführt. Zu beachten ist, dass hinter diesen Argumenten auch ideologische Positionen und massive materielle Interessen stehen.

Blick in die Börse Frankfurt. (© picture-alliance/dpa)


In der Debatte um das Pro und Contra der beiden Alternativen werden von der jeweiligen Seite vielfältige Argumente vorgebracht und auch empirische Belege respektive modellhafte Berechnungen zur Beweisführung vorgelegt. Allerdings gibt es zu vielen dieser "Beweise" meist auch entsprechende Gegenbeispiele bzw. methodische Kritik. Im Folgenden kann nur ein Überblick über die Argumente gegeben werden, um anschließend einige der wichtigsten Streitpunkte kurz zu vertiefen. Ansonsten sei auf die umfängliche Literatur verwiesen [1]:

Beide Finanzierungsverfahren bergen Risiken/Probleme

Das Umlageverfahren vertraut auf die Stabilität der Lohn- bzw. Erwerbseinkommen und ist daher mit Arbeitsmarktrisiken und demographischen Risiken behaftet. Das Kapitaldeckungsverfahren vertraut auf die Stabilität der Kapitalmärkte bzw. der Kapitaleinkommen und ist damit insbesondere den Risiken von Inflation und Kursverlusten ausgesetzt.

Deutscher Bundestag (1998), S. 344.

Argumente für die Kapitaldeckung:

Argumente für das Umlageverfahren:

Es gilt der Spruch "Eher legt sich der Hund einen Wurstvorrat an, als dass der Finanzminister Rücklagen bei den Sozialversicherungsträgern unangetastet lässt."
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Gerhard Bäcker, Ernst Kistler für bpb.de

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Fußnoten

1.
Vgl. u. a. Börsch-Supan 2011, S. 263 ff.; Logeay u. a. 2009; kurz: Neumann, Schaper 2008, S. 172 ff. Einen grundsätzlichen Überblick bietet auch: Deutscher Bundestag 1998, S. 334ff. Im Zentrum stehen dabei die verschiedenen Risiken der beiden Alternativen (vgl. Kasten)

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Gerhard Bäcker

Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.


Ernst Kistler

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.


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