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2.9.2021

Christlich Demokratische Union Deutschlands

CDU

Gründungsjahr Bundesverband
1945*
Mitgliederzahl in Deutschland
ca. 400.000*
Bundesvorsitz
Armin Laschet*
Wahlergebnis 2017
26,8 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Christlich Demokratische Union Deutschlands" (CDU) entstand nach 1945 als überkonfessionelle Partei, die sich vor allem an die Wählerinnen und Wähler aus dem katholischen Milieu richtete, gleichzeitig aber durch die Einbindung protestantischer Wählerinnen und Wähler darauf abzielte, die konfessionelle Spaltung aus der Zeit der Weimarer Republik zu überwinden. Sie tritt bei Wahlen nur außerhalb Bayerns an. Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag bilden die CDU und ihre bayerische Schwesterpartei CSU seit 1949 ununterbrochen eine Fraktionsgemeinschaft. Die Union war insgesamt 52 Jahre lang Teil der Bundesregierung und stellte den Kanzler bzw. die Kanzlerin.

Die CDU kombinierte sozialpolitischen christlichen Konservatismus mit einer ökonomisch marktwirtschaftlichen Orientierung, die einen erheblichen Teil des Wählerspektrums von konservativen bis hin zu christlich-sozialen Wählerinnen und Wählern mit und ohne starke Kirchenbindung mobilisieren konnte. Außenpolitisch waren zunächst die Westbindung Deutschlands sowie eine scharfe Abgrenzung zum Sozialismus bestimmend. Später kam die aktive Unterstützung der Europäischen Einigung als Grundposition hinzu.

Vor allem unter der Führung Angela Merkels, die von 2000 bis 2018 Parteivorsitzende war, hat die CDU in gesellschaftlichen Fragen (z.B. Familienbild, homosexuelle Lebensgemeinschaften, Migration und Integration) konservative Positionen zugunsten einer Ausrichtung an der politischen Mitte verändert. Dies war innerhalb der CDU nicht unumstritten. Besonders deutlich wurde dies während der Flüchtlingskrise. Die Öffnung der Grenzen für Asylsuchende im September 2015 führte zu erheblichen innerparteilichen Kontroversen. Auch die Notwendigkeit des Klimaschutzes hat die CDU zuletzt deutlich stärker betont.

Seit Januar 2021 hat der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet den Parteivorsitz der CDU inne. Er tritt auch als Kanzlerkandidat der CDU/CSU an.

Zur Bundestagswahl stellten CDU und CSU ein gemeinsames Wahlprogramm vor, das ein "Modernisierungsjahrzehnt" ankündigt. Im Bereich Außenpolitik bekennen sich die Unionsparteien zum Zwei-Prozent-Ziel der NATO und befürworten die Einführung von Mehrheitsentscheiden in der Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (EU). Sie betonen, dass die europäische Schuldenaufnahme im Zuge der Corona-Krise eine befristete Ausnahme bleiben müsse. Gezielte, arbeitsmarktorientierte Zuwanderung wird unterstützt; eine "Zuwanderung in die Sozialsysteme" wird abgelehnt. Hierzu befürworten die Parteien eine Reihe von Maßnahmen zur Begrenzung der Migration, wobei EU-weite Regelungen angestrebt werden.

Ebenso sprechen sich CDU und CSU gegen Steuererhöhungen aus und kündigen eine Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen an. Eine Vermögenssteuer wird ebenso abgelehnt wie eine Abschwächung der Schuldenbremse im Grundgesetz, die Abschaffung von Sanktionsmöglichkeiten für Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfänger und ein sogenannter Mietendeckel.

CDU und CSU befürworten verstärkte Anstrengungen zum Klimaschutz, wollen die Solarenergie und die Elektromobilität fördern sowie die Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 erreichen. Hierzu plädieren sie für technologieoffene, marktwirtschaftlich orientierte Strategien und sprechen sich für die Förderung der Nutzung von CO2-neutralem Wasserstoff und die Ausweitung des Emissionshandels aus, dessen Einnahmen durch Reduzierungen der Strompreise an Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen weitergeben werden sollen.

Thomas Poguntke, Oskar Niedermayer

Thomas Poguntke

Prof. Dr. Thomas Poguntke ist Direktor des Instituts für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Europäische Parteien, die Europäisierung von Parteien und Parteiensysteme in der Europäischen Union.


Oskar Niedermayer

Prof. Dr. Oskar Niedermayer ist emeritierter Professor und ehemaliger Leiter des Otto-Stammer-Zentrums an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Parteien, Wahlen und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland.


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