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10.2.2016

Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)

Die "Partei Mensch Umwelt Tierschutz" (Tierschutzpartei) wurde 1993 in Bonn gegründet. Ihren Ursprung hat sie in der Tierrechtsbewegung und betrachtet Tierschutz als eines ihrer programmatischen Kernthemen. Gleichzeitig verweisen die Namenselemente "Mensch" und "Umwelt" auf den Ansatz, Tierschutz mit anderen politischen Themen zu verbinden.

1996 wurde der Landesverband Sachsen-Anhalt gegründet. 2004 konnte die Partei mit einem Mandat im Magdeburger Stadtrat einziehen. 2013 spaltete sich ein Teil der Parteimitglieder ab und gründete die Tierschutzallianz (siehe gesonderte Beschreibung). Der Tierschutzallianz zufolge lag der Grund für die Abspaltung in der mangelnden Abgrenzung der Tierschutzpartei vom "rechten Spektrum".

Bei den Stadtratswahlen 2014 in Magdeburg konnte die Tierschutzpartei 2,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und dort einen Sitz gewinnen. Im Europaparlament ist die Tierschutzpartei seit 2014 mit einem Repräsentanten vertreten.

Als Spitzenkandidat tritt Lothar Tietge für die Tierschutzpartei in Sachsen-Anhalt an.

In dem namensgebenden Politikbereich Tier- und Umweltschutz engagiert sich die Tierschutzpartei u.a. für die Einführung eines Verbandsklagerechts, also ein Recht für Tierschutzorganisationen, stellvertretend für Tiere vor Gericht ziehen zu können, eine „Webcam-Pflicht für Schlachthöfe und industrialisierte Tierhaltung“ und „langfristig eine tierfreie Landwirtschaft“. Des Weiteren steht die Tierschutzpartei für eine „Kastrationspflicht für Freigängerkatzen“ und fordert die Abschaffung der „diskriminierenden Rasseliste“ für Hunde sowie ein „Verbot von Tieren im Zirkus“:

In den Bereichen Wirtschaft und Bildung fordert die Tierschutzpartei den Mittelstand zu stärken und mehr finanzielle Mittel für Schulen bereitzustellen.

Im Bereich der Flüchtlingspolitik befürwortet die Partei die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden, eine Vereinfachung des Asylverfahrens und fordert, dass Asylsuchende schneller die Möglichkeit erhalten, einer Beschäftigung nachzugehen.

Innenpolitisch verlangt sie jährlich 500 Polizistinnen und Polizisten neu einzustellen und einen stärkeren Fokus auf präventive Kriminalitätsbekämpfung zu legen.

Everhard Holtmann, Rebekka Heyme

Everhard Holtmann, Rebekka Heyme

Prof. Dr. Everhard Holtmann ist Forschungsdirektor am Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. (ZSH) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Rebekka Heyme (M.A.) hat Politikwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und arbeitet seit 2012 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZSH.


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